Unternehmensnachfolge: Frühzeitig planen, Lebenswerk sichern
28.10.2026 – Regensburg
In Bayern stehen in den kommenden Jahren Tausende Betriebe vor einem Generationswechsel. Besonders in Gastronomie, Handel und Verkehr ist es schwierig, übergabewillige Unternehmen und passende Nachfolgerinnen und Nachfolger zusammenzubringen.
Wer ein Unternehmen übergeben möchte, sollte sich möglichst früh mit der Nachfolge beschäftigen. Denn ein Generationswechsel ist ein mehrjähriger Prozess. Es gilt, den Betrieb auf die Übergabe vorzubereiten, geeignete Nachfolgerinnen oder Nachfolger zu finden und rechtliche, finanzielle sowie persönliche Fragen zu klären. Die IHK empfiehlt, idealerweise drei bis sieben Jahre vor der geplanten Übergabe mit der Nachfolgeplanung zu beginnen.
Wie sich eine Nachfolge gut vorbereiten lässt, zeigt die IHK-Veranstaltung „Unternehmensnachfolge – Erfolg fortführen“ am Dienstag, 17. November 2026, von 18:00 bis 20:30 Uhr in der IHK Regensburg, D-Martin-Luther-Str. 12. Auf dem Programm stehen Unternehmensbewertung, faire Vermögensverteilung, rechtliche Gestaltung sowie ein Erfahrungsbericht aus der Praxis. Anmeldung bitte unter events.ihk-regensburg.de/erfolgfortfuehren-20261117.
Nach aktuellen Erkenntnissen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie stehen in Bayern zwischen 2027 und 2031 rund 52.500 wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen vor einer Nachfolgeregelung. Betroffen sind etwa 668.000 Beschäftigte. Gleichzeitig wird die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern zunehmend anspruchsvoller. Schon heute zeigt sich bundesweit ein deutlicher Überhang an übergabewilligen Unternehmerinnen und Unternehmern gegenüber potenziellen Übernehmenden. Bleibt eine Nachfolge aus, können nicht nur gesunde Betriebe und Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch Wertschöpfungsketten zusammenbrechen, Innenstädte ihre Attraktivität verlieren und ländliche Regionen wichtige Begegnungsorte.
Besonders betroffen sind die Branchen Gastronomie, Handel und Verkehr. Hier kommen auf einen potenziellen Nachfolger bzw. Nachfolgerin drei bis vier Unternehmen, die zur Übergabe anstehen.
Nach wie vor bleibt die familieninterne Nachfolge die bevorzugte Variante, externe Übernahmen gewinnen aber zunehmend an Bedeutung. Entscheidend für den Erfolg ist dabei nicht allein die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Der Nachfolgeradar 2026 der IHK München zeigt, dass Faktoren wie eine offene und transparente Kommunikation, realistische Erwartungen, die frühzeitige Einbindung der Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie die gegenseitige Wertschätzung der bisherigen Leistungen oft einen größeren Einfluss auf die Zufriedenheit aller Beteiligten haben als rein finanzielle Aspekte. Dies gilt besonders auch für die Vermögensverteilung innerhalb der Familie. Werden Erwartungen frühzeitig offen besprochen und nachvollziehbare Lösungen gefunden, lassen sich Konflikte vermeiden und die Grundlage für eine tragfähige Nachfolgeregelung schaffen.
Eine realistische Unternehmensbewertung bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung. Dabei bestimmen nicht nur aktuelle Unternehmenskennzahlen den Wert eines Betriebs, sondern auch dessen Zukunftsaussichten und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig gilt es, rechtliche und organisatorische Fragen frühzeitig zu klären, damit die Übergabe sowohl bei einer familieninternen Nachfolge als auch bei einem externen Verkauf reibungslos erfolgen kann.