Regierungsfraktionen bringen „Bayernjahr“ auf den Weg

01.09.2026 – München

Regierungsfraktionen bringen „Bayernjahr“ auf den Weg – freiwillige Gesellschaftszeit soll Menschen für Feuerwehr, Rettungsdienst, Soziales, Wirtschaft und Umweltschutz begeistern
 
Bayernjahr stärkt Ehrenamt und gesellschaftlichen Zusammenhalt – Heinisch, MdL: „Ehrenamtliches Engagement muss sich wieder stärker lohnen“
 
Mehr Menschen für gesellschaftliches Engagement gewinnen, bestehende Freiwilligendienste besser miteinander verknüpfen und gleichzeitig neue Anreize für den persönlichen Einsatz schaffen: Mit dem Bayernjahr haben FREIE WÄHLER und CSU im Bayerischen Landtag heute ein umfassendes Konzept für eine freiwillige Gesellschaftszeit vorgestellt. Der FREIE WÄHLER-Landtagsabgeordnete Bernhard Heinisch, der sich insbesondere für Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und das Ehrenamt einsetzt, begrüßt die Initiative ausdrücklich.
 
Im Mittelpunkt des Bayernjahres steht die Idee, Menschen jeden Alters eine strukturierte Möglichkeit zu geben, sich für die Gesellschaft einzubringen. Dabei soll das Angebot ausdrücklich nicht auf junge Menschen unmittelbar nach dem Schulabschluss beschränkt sein. Vielmehr richtet sich das Bayernjahr an alle Altersgruppen und eröffnet damit auch Menschen, die sich zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Leben engagieren möchten, einen einfachen Zugang zu entsprechenden Angeboten.
 
Das Konzept gliedert sich in vier unterschiedliche Module: Sicherheit, Soziales, Wirtschaft und Unternehmertum sowie Umwelt. Damit soll die große Bandbreite gesellschaftlichen Engagements sichtbar und erlebbar werden. Im Sicherheitsbereich geht es beispielsweise um Möglichkeiten, sich bei Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder anderen Bereichen des Bevölkerungsschutzes einzubringen. Das Sozialmodul eröffnet Zugänge zu Einrichtungen und Tätigkeiten im sozialen und gesundheitlichen Bereich. Im Wirtschafts- und Unternehmertumsmodul können Teilnehmerinnen und Teilnehmer praktische Erfahrungen in Unternehmen sammeln und unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen. Das Umweltmodul wiederum bietet Möglichkeiten, sich im Natur-, Klima- und Umweltschutz zu engagieren.
 
Das Bayernjahr soll dabei keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Freiwilligendiensten darstellen, sondern diese sinnvoll miteinander verbinden. Vorgesehen ist deshalb, an bereits etablierte Strukturen und Angebote anzuknüpfen. Dazu zählen unter anderem das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sowie der Freiwillige Wehrdienst. Neue Parallelstrukturen sollen ausdrücklich vermieden werden. Stattdessen sollen die vorhandenen Möglichkeiten unter dem Dach des Bayernjahres besser miteinander vernetzt und für Interessierte leichter zugänglich gemacht werden.
 
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist zudem die Anerkennung des geleisteten Engagements. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nach ihrem Einsatz ein Zertifikat erhalten, mit dem ihre Tätigkeit dokumentiert und auch gesellschaftlich sichtbar gemacht wird. Darüber hinaus ist ein freiwilliges Anreizsystem vorgesehen. Denkbar sind unter anderem Vorteile bei der Studienplatzvergabe, die Übernahme beziehungsweise Unterstützung bei Führerscheinkosten, vergünstigte Bahntickets oder Kulturgutscheine. Damit soll deutlich werden, dass persönlicher Einsatz für die Gesellschaft nicht nur ideell, sondern auch ganz konkret Anerkennung erfahren kann.
 
Auch der Zugang zum Bayernjahr soll möglichst unkompliziert gestaltet werden. Ein zentrales digitales Informations- und Anmeldeportal soll Interessierten einen einfachen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten geben und zugleich die Vermittlung zu passenden Einsatzstellen erleichtern. Wer sich engagieren möchte, soll damit nicht zunächst zahlreiche unterschiedliche Anlaufstellen kennen und kontaktieren müssen, sondern möglichst einfach herausfinden können, welcher Einsatzbereich zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt.
 
Das Bayernjahr soll darüber hinaus ausdrücklich einen Beitrag zur Integration von Zugewanderten leisten. Gemeinsames Engagement schafft Begegnungen, vermittelt Werte und ermöglicht es Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gerade die unterschiedlichen Module bieten dabei vielfältige Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten einzubringen und weiterzuentwickeln.
 
„Bayern lebt vom Ehrenamt. Gerade bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sehen wir jeden Tag, wie unverzichtbar Menschen sind, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen“, erklärt Heinisch. „Das Bayernjahr bietet die Chance, jungen Menschen diese wichtigen Aufgaben näherzubringen und gleichzeitig Hemmschwellen abzubauen. Wer einmal erlebt, wie erfüllend es sein kann, für andere da zu sein, entscheidet sich vielleicht auch dauerhaft für ein Ehrenamt.“
 
Aus Sicht des Abgeordneten ist dabei besonders wichtig, dass das Bayernjahr nicht bei einer Imagekampagne stehen bleibt, sondern einen konkreten Zugang zu bestehenden Strukturen ermöglicht.
 
„Wir müssen den Menschen zeigen, was hinter dem Ehrenamt steckt: Kameradschaft, Verantwortung, Zusammenhalt und das gute Gefühl, gebraucht zu werden“, so Heinisch. „Das Bayernjahr kann hier eine Brücke schlagen – von der ersten Begegnung mit einer Feuerwehr oder einer Hilfsorganisation hin zu einem langfristigen Engagement.“
 
Positiv bewertet Heinisch auch die vorgesehenen Anreize und die Möglichkeit, das geleistete Engagement durch ein Zertifikat sichtbar zu machen.
 
„Wer sich für die Gesellschaft engagiert, investiert Zeit und Energie in unser Gemeinwesen. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und zwar nicht nur mit Worten“, betont Heinisch. „Wenn wir jungen Menschen beispielsweise beim Führerschein entgegenkommen oder ihr Engagement bei der weiteren Ausbildung berücksichtigen, setzen wir ein klares Signal: Dein Einsatz für andere ist etwas wert.“
 
Gleichzeitig sieht Heinisch im Bayernjahr einen wichtigen Baustein in der bundesweiten Diskussion über ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion setzt sich bereits seit Jahren für ein solches Modell ein.
 
„Unser langfristiges Ziel bleibt ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für Männer und Frauen. Das Bayernjahr ist deshalb für mich nicht das Ende der Diskussion, sondern ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, erklärt Heinisch. „Wir können in Bayern zeigen, wie gesellschaftliches Engagement organisiert, attraktiv gestaltet und mit konkreten Anreizen gefördert werden kann. Diese Erfahrungen können später auch auf Bundesebene wertvoll sein.“
 
Dabei müsse allerdings klar sein, dass freiwilliges Engagement und ein verpflichtender Dienst nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. „Wir brauchen beides: attraktive freiwillige Angebote und gleichzeitig eine ernsthafte Debatte darüber, wie wir als Gesellschaft künftig Verantwortung füreinander übernehmen wollen“, so Heinisch.
 
Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die berufliche Orientierung. Gerade im sozialen und gesundheitlichen Bereich, aber auch bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und im Umweltbereich könnten Menschen Einblicke in Berufsfelder erhalten, mit denen sie bislang kaum Berührungspunkte hatten.
 
„Manchmal braucht es nur die Gelegenheit, etwas auszuprobieren, um die eigene Berufung zu entdecken“, sagt Heinisch. „Ein Bayernjahr kann deshalb nicht nur unserer Gesellschaft helfen, sondern auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst. Sie sammeln praktische Erfahrungen, lernen neue Menschen kennen und entdecken möglicherweise einen Beruf oder ein Ehrenamt, das sie ein Leben lang begleitet.“
 
Für Heinisch ist das Konzept deshalb vor allem eines: eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
 
„Wir reden häufig darüber, was uns als Gesellschaft auseinanderbringt. Das Bayernjahr setzt bewusst den Gegenpunkt: gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen und erleben, dass man selbst etwas bewegen kann. Genau diesen Geist brauchen wir in Bayern.“
 
Heinisch abschließend: „Unser Staat kann vieles organisieren – aber Zusammenhalt kann man nicht verordnen. Er entsteht dort, wo Menschen füreinander einstehen. Das Bayernjahr kann dazu beitragen, wieder mehr Menschen für dieses Miteinander zu begeistern.“

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