Kemnather gründen Bürgerenergiegenossenschaft für Wärmenetz

24.07.2026 – Neumarkt / Landkreis

Im Februar lag die Kommunale Wärmeplanung für Postbauer-Heng vor, ein Konzept, das jede Kommune erstellen muss. Darin wurden vier mögliche Gebiete für Wärmenetze definiert. Eines davon, bezogen auf den Ortsteil Kemnath, ging direkt in die Planung. Nach einer ersten Informationsveranstaltung im April wurde eine Abfrage zum Interesse an einem Anschluss an ein Wärmenetz gestartet. Es gingen über 140 ausgefüllte Fragebögen ein, 129 davon mit Interesse an der Nahwärme.

Da es auch ein zahlreiche Rückmeldungen für ein ehrenamtliches Engagement gab, lag es auf der Hand, dass die Betreiberform eine Genossenschaft werden sollte.

Am Mittwoch Abend trafen sich 60 Interessenten im Deutschordensschluss in Postbauer-Heng für die Gründungsveranstaltung der „BürgerEnergieGenossenschaft Postbauer-Heng und Umgebung“.

Nach der Vorstellung der bisherigen Ereignisse und Planungsschritte durch die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Kathrin Kimmich, übernahm Max Riedl vom Genossenschaftsverband Bayern die Sitzungsleitung. Er erläuterte im Detail die Satzung und dann ging es auch schon an die Unterzeichnung durch die Gründer. 18 Teilnehmer unterschrieben die Gründungsurkunde. Es ist bis zur Eintragung beim Registergericht noch möglich, Gründungsmitglied zu werden. Letztendlich muss bei einer Umsetzung des Wärmenetzes jeder Anschließer Mitglied der Genossenschaft werden. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun.

Bei den Wahlen zu Vorstand und Aufsichtsrat wurden je vier Personen in die jeweiligen Gremien gewählt. Der Aufsichtsrat besteht aus Bürgermeister Michael Frisch, der zugleich zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde, sein Stellvertreter wurde Christian Hermle. Ebenfalls im Aufsichtsrat werden Marina Korinth und Herbert Weichelt aktiv.

Der Vorstand besteht aus Robert Mertens, der zum ersten Vorsitzenden ernannt wurde, Marco Mayer, Markus Silberhorn und Kathrin Kimmich.

Bürgermeister Michael Frisch bedankte sich bei den Anwesenden und machte deutlich, dass diese Genossenschaft ein wichtiger Schritt in eine Zukunft ohne fossile Energien sei, aber auch den Zusammenhalt in der Marktgemeinde Postbauer-Heng deutlich mache. 

Ob das Wärmenetz wirklich in die Praxis umgesetzt wird, hängt von einigen Faktoren ab. Zunächst muss eine Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Basis der vorliegenden Informationen zur benötigten Wärmemenge inklusive Trassenführung erstellt werden. Den Auftrag hierfür erhält laut Beschluss der Generalversammlung die Firma Enerpipe aus Hilpoltstein. 

Erst der daraus ermittelte Preis ist für die meisten Anschließer der ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung, sich auch wirklich an dem Wärmenetz zu beteiligen. 

Zahlreiche Wärmenetz-Projekte im Landkreis, die derzeit in der Umsetzung sind, zeigen aber eine positive Entwicklung auf. So wurde das Wärmenetz Lauterhofen-Pettenhofen bereits fertiggestellt, Seubersdorf steht kurz vor Baubeginn, aber auch Freystadt, Daßwang und Laaber/Anzenhofen sind mitten in der Planung.

Das Wärmenetz in Kemnath soll – und das ist bisher einzigartig im Landkreis Neumarkt – hauptsächlich mit der Wärme aus dem gereinigten Abwasser der Kläranlage betrieben werden.

Nach erfolgter Wirtschaftlichkeitsberechnung, entsprechenden Informationsveranstaltungen und dem Einsammeln von Anschlusszusagen wird voraussichtlich bis Ende des Jahres feststehen, ob das Wärmenetz gebaut werden kann. 

Bis dahin kann sich jeder noch beteiligen. Für Fragen steht die Klimaschutzmanagerin Kathrin Kimmich gerne zur Verfügung (Tel.: 09181 50929-11, E-Mail: kimmich@reginagmbh.de).

Vorstand und Aufsichtsrat der neuen Bürgerenergiegenossenschaft v.l.n.r.: Christian Hermle, Kathrin Kimmich, Robert Mertens, Marco Mayer, Markus Silberhorn, Marina Korinth, Herbert Weichelt und Michael Frisch - Foto: Max Riedl

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