KI verändert Tourismus
26.05.2026 Schwandorf.
Die digitale Transformation im Tourismus nimmt weiter an Fahrt auf und eröffnet neue Chancen für Effizienz, Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit – dieses Fazit zogen die Mitglieder des IHK-Tourismusausschuss in ihrer jüngsten Sitzung.
Die Veränderungen, die mit dem Einsatz digitaler Tools und Künstlicher Intelligenz einhergehen, war in der Sitzung des Tourismusausschusses der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim ein zentrales Thema. In ihrer jüngsten Sitzung zu Gast in der Tanzschule Theuerl in Schwandorf stand neben Einblicken aus der Praxis die Frage im Fokus, inwieweit die weitere technologische Transformation sinnvoll Mitarbeitende und betriebliche Abläufe entlastet. „Reisen bleibt ein fester Bestandteil unseres Lebens – aber die Spielregeln verändern sich dramatisch“, betonte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Thomas Auerbach.
Strukturell erlebe die Branche einen Digitalisierungsschub: „Bei 77 Prozent aller Reisen wird inzwischen mindestens eine Leistung online gebucht – ein neuer Höchstwert.“ Noch dynamischer entwickle sich aktuell der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Laut Studien nutzen bereits 17 Prozent der Menschen KI für ihre Reiseplanung, weitere 35 Prozent können sich dies künftig vorstellen. „Inspiration, Vergleich und Planung werden zunehmend KI-gestützt“, so Auerbach. Das verändere Erwartungen und Entscheidungsprozesse grundlegend. Für die Branche sei dies zugleich Chance und Herausforderung: „Entscheidend wird sein, wer diese Technologien schneller, verantwortungsvoller und mit echtem Mehrwert einsetzt.“
Daten und Strategie sind ausschlaggebend
Wie der Einsatz von KI in der Praxis gelingen kann, zeigte Christine Vogel von der STADTMAUS TCH Veranstaltung GmbH in Regensburg. „Das Verhalten der Gäste hat sich deutlich verändert – Aufenthalte werden heute zunehmend mit KI-Anwendungen wie ChatGPT geplant“, berichtete sie. Eine starke, daran angepasste Online-Präsenz sei deshalb unerlässlich, um sichtbar zu bleiben. „Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen: Zunächst müssen Prozesse erfasst und dann gezielt geprüft werden, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann“, sagte Vogel. Besonders geeignet seien wiederkehrende Aufgaben wie Angebotserstellungen, Buchhaltungsvorgänge oder Standardanfragen.
Ein zentraler Erfolgsfaktor sei die Datenqualität: „Sauber gepflegte und klar strukturierte Daten sind die Grundlage für jede funktionierende KI-Anwendung.“ Darüber hinaus gewinne neben klassischer Suchmaschinenoptimierung zunehmend die sogenannte GEO-Optimierung an Bedeutung, um auch in KI-basierten Systemen sichtbar zu bleiben. Ebenso anspruchsvoll sei der organisatorische Wandel: „KI-Agenten werden zu digitalen Mitarbeitenden. Ihre Einführung ist Chefsache und erfordert eine klare Strategie.“ Bedeutend sei zudem, die Belegschaft einzubinden: „Man muss die Mitarbeitenden mitnehmen und in der Geschäftsführung selbst als Vorbild vorangehen.“
Tourismus macht Regionen lebenswert
Ausschussvorsitzende Kathrin Fuchshuber unterstrich anschließend erneut die Bedeutung des Dialogs mit der Kommunalpolitik – besonders mit Blick auf die jüngsten Wahlen: „Gerade für den Tourismus vor Ort ist die Arbeit in den Rathäusern und Landratsämtern entscheidend für den Stellenwert und die Wertschätzung unserer Branche.“ Angesichts angespannter Haushaltslagen gelte es mehr denn je, die Bedeutung des Tourismus sichtbar zu machen: „Unsere Angebote machen die Region lebenswert – für Gäste ebenso wie für Einheimische. Deshalb müssen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Politik und Gesellschaft über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Tourismus darf nicht an Gemeinde- oder Landkreisgrenzen enden. Erfolgreiche Entwicklung gelingt nur durch gemeinsames Handeln und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten“, appellierte Fuchshuber.
Dazu gehörten eine starke Vernetzung der touristischen Akteure, die konsequente Einbindung regionaler Produkte sowie ein modernes und innovatives Marketing. Gerade die digitale Transformation stelle dabei neue Anforderungen an Destinationen, Betriebe und Verbände. Umso wichtiger sei es, dass insbesondere die touristischen Organisationen und Verbände als starke Partner vorangehen und Orientierung geben. „Wir sind das Gesicht und die Visitenkarte unserer Region. Deshalb brauchen wir Kreativität und Mut, um Menschen für unsere Heimat zu begeistern und den Tourismus zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, fasste Fuchshuber zusammen.


























