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Jahresempfang des Bayerischen Soldatenbundes in Gunzenhausen

30.03.2026 Gunzenhausen.

Verteidigungswillen und Resilienz stärken!
 
Innenminister Herrmann fordert gesamtgesellschaftliches Engagement
 
Die Stärkung des Verteidigungswillens und der Resilienz war die zentralen Themen beim Jahresempfang des Bayerischen Soldatenbunds 1874 e.V. (BSB) am vergangenen Samstag in Gunzenhausen. Darin sieht BSB-Präsident Generalmajor a.D. Norbert Wagner auch den aktuellen Schwerpunkt der Verbandsarbeit. Der Diskussion über eine allgemeine Dienstpflicht komme dabei eine zentrale Funktion zu. Die Thematik lag allen Rednern am Herzen, allen voran  dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (MdL/CSU) in seiner engagiert vorgetragenen und sehr aufrüttelnden Festansprache der deutlichen Worte. Sie alle hatten einst als Soldaten gedient, sie alle erneuerten ihr Bekenntnis zur Bundeswehr und ihren Soldaten. 
 
Joachim Herrmann bekannte sich unter starkem Beifall zur Bundeswehr, die über Jahrzehnte hinweg als „Garant“ Frieden in Freiheit und Sicherheit in Deutschland sichergestellt habe. Auch für sein klares „Ja“ zu Europa und zur Nato erhielt er spontanen Applaus. Der Minister versicherte der Bundeswehr auch weiterhin den Rückhalt des Freistaats: „Bayern stand und steht zur Bundeswehr!“ 
 
Wer nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes geglaubt habe, man sei fortan nur noch von Freunden umgeben und könne auf Militär verzichten, sei schon lange von der Realität überholt worden. Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine spreche eine klare Sprache. Auch Deutschland sei längst ins Visier von Angreifern geraten. So seien etwa Cyberangriffe, Sabotageakte oder Desinformation Riesenherausforderungen für unser Land. Herrmann: „Wir befinden uns nicht im Krieg, aber schon lange nicht mehr im Frieden!“
 
Das Land müsse verteidigungsfähig werden, die Bundeswehr personell und materiell deutlich zulegen. Mit dem Sondervermögen Bundeswehr sei ein guter finanzieller Anfang gemacht worden. Dabei sei Verteidigung „nicht allein Sache der Bundeswehr“, sondern vielmehr der gesamten Gesellschaft. Wobei dabei nicht allein „Blaulichtorganisationen“ wie Polizei, Feuerwehr, THW oder Sanitätskräfte gemeint sind, sondern jeder Einzelne. In Sachen zivil-militärischer Zusammenarbeit sei Bayern im Bund bestens aufgestellt. Dabei spielen Reservisten in Zukunft eine noch größere Rolle. 
 
Desinformation ziele mit der Vermittlung falscher Bilder darauf ab, den Verteidigungswillen der Bevölkerung zu schwächen und deren Vertrauen in die Demokratie zu untergraben. Dem falschen Bild müsse entschlossen entgegengewirkt werden. Hermann: „Was unser Land geschaffen hat, lassen wir uns nicht kaputt machen!“
 
Dem BSB und seiner Mittlerfunktion komme, so der Minister, selbst Reserveoffizier, gerade vor diesem Hintergrund große Bedeutung zu. „Das ist ein kostbarer Dienst für unser Land und unsere Bürger“, so Herrmann weiter. „Es ist großartig, was der BSB ehrenamtlich leistet!“ Dass dies auch weiterhin der Fall sein werde, versicherten BSB-Präsident Wagner und sein Stellvertreter Bernhard Pohl (MdL/FW).
 
Für den Kommandeur der Divisionstruppen der 10. Panzerdivision (Veitshöchheim), Brigadegeneral André Abed, ist der BSB „Eckpfeiler und Motor der freiwilligen Reservistenarbeit in Bayern.“ Abed, der ein schonungsloses Bild der bedrohlichen sicherheitspolitischen Lage zeichnete, schloss mit den Worten: „Wir gewinnen nur als Team aus aktiver Truppe, Reserve und einer starken Zivilgesellschaft.“ 
 
Auch für Gunzenhausens Ersten Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (CSU) steht fest, dass jeder Einzelne gefordert ist: „Die anderen werden es schon richten, reicht nicht mehr!“ Die BSB-Mitglieder seien prädestiniert für die Mittlerfunktion zwischen Bundeswehr und Bevölkerung: „Wer sonst könnte besser über die Bundeswehr berichten als ehemalige Soldaten?“ Die Wertschätzung für ihre ehrenamtliche Arbeit müsse einen höheren Stellenwert bekommen. 
 
Auch der Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer (CSU) forderte die Steigerung der Wehrbereitschaft in der Bevölkerung. Zugleich plädierte er für mehr Tempo beim personellen Aufwuchs der Bundeswehr, aber auch der anderen Freiwilligendienste. Die „kommunale Familie“ müsse sensibilisiert werden. „Wir sitzen alle im selben Boot“, so der Bundestagsabgeordnete.

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