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Immer mehr Frauen in der Oberpfalz sterben an den Folgen des Rauchens

30.06.2015 Neumarkt, Oberpfalz.

Innerhalb von 15 Jahren ist die Zahl der Frauen in der Oberpfalz, die an Kehlkopf-, Luftröhren-, Bronchien- oder Lungenkrebs starben, um 104 Prozent gestiegen – dagegen blieb die Sterberate der Männer bei diesen Krebsarten konstant – Lungenkrebs löst Brustkrebs ab – Krankenkassen bieten Raucherentwöhnung

In der Oberpfalz sterben immer mehr Frauen an den Folgen des Rauchens. Erlagen laut Landesamt für Statistik 1998 noch 75 Frauen Kehlkopf-, Luftröhren-, Bronchien- oder Lungenkrebs, so waren es 2013 bereits 153 – eine Steigerung von 104 Prozent. Die Zahl der Männer, die an Raucherkrebs starben, ist zwar mit 324 im Jahr 2013 noch immer deutlich höher als die Anzahl der Frauen. Allerdings stagniert die Sterberate seit Jahren auf diesem Niveau. Außerdem kostet Rauchen (mehr als zehn Zigaretten am Tag) wertvolle Lebensjahre: Frauen sterben dadurch durchschnittlich 7,3 Jahre früher – bei Männern sind es 9,4 Jahre.

Lange Zeit war Brustkrebs der bösartige Tumor, an dem weltweit die meisten Frauen starben. Das hat sich geändert: Krebsforscher des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gehen davon aus, dass in Deutschland Lungenkrebs unter den Tumorleiden mittlerweile die Haupttodesursache bei Frauen ist. Rauchen ist der Grund für bösartige Lungentumore. „Während immer weniger Männer rauchen, stieg in den letzten 20 bis 30 Jahren der Anteil der Raucherinnen deutlich an. So greifen mittlerweile 40 Prozent der 18- bis 29-jährigen Frauen in Deutschland regelmäßig zur Zigarette“, sagt Karl Simon, Landesgeschäftsführer der Krankenkasse IKK classic. Wissenschaftler können sich jedoch nicht erklären, warum Frauen anfälliger für Rauchen und die Folgeerkrankung Lungenkrebs sind als Männer. Sie müssen offensichtlich weniger rauchen, um Lungenkrebs zu bekommen und reagieren sensibler auf die krebserzeugenden Stoffe und andere Gifte im Tabakrauch als Männer.

Der Trend wird sich fortsetzen, solange es nicht gelingt, Raucher dazu zu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören. „Aber das ist oft leichter gesagt als getan“, so Karl Simon. Nikotinersatzpräparate wie Pflaster, Nasensprays oder Kaugummis erhöhen oftmals die Erfolgsaussichten. „Ohne die richtige Strategie und professionelles Know-how wird aber kaum jemand dauerhaft zum Nichtraucher. Hilfe erhalten Raucher in qualifizierten Kursen zur Raucherentwöhnung, die von den Krankenkassen angeboten und bezuschusst werden.“ Interessierte finden beispielsweise unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.

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