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Warum ruft die Diakonie NAH e.V. zu Spenden auf trotz öffentlicher Fördermittel?

27.05.2026 Neumarkt / Landkreis.

„Immer wieder werden wir gefragt, warum wir eigentlich um Spenden bitten“, sagt Dr. Elke Kaufmann, geschäftsführende Vorständin der Diakonie NAH e.V. „Unsere Diakonie NAH e.V. bietet Menschen in Not vielfältige soziale Hilfen, darunter Sucht- und Sozialberatung, psychiatrische Dienste, Erziehungsberatung sowie ambulante und stationäre Pflege. Trotz öffentlicher Leistungsentgelte und Zuschüssen von Bund, Ländern, Kommunen, Sozialversicherungen und auch kirchlicher Unterstützung sind einige dieser Angebote chronisch unterfinanziert.“

Im Folgenden wird die Bedeutung von Spenden von ihr näher erläutert: 

Warum benötigt die Diakonie trotz öffentlicher Gelder Spenden?“

E. Kaufmann: „Öffentliche Mittel decken zwar grundlegende Leistungen ab, reichen aber oft nicht aus, um alle Kosten zu tragen, die zum Beispiel für langjährig angestelltes Personal, lange Fahrten der Mitarbeitenden in unseren Flächenlandkreisen Nürnberger Land und Neumarkt oder gesetzlich vorgeschriebene und notwendige Aufgaben wie Datenschutz oder IT-Infrastruktur anfallen. 
 
Zum zweiten müssen wir in allen Beratungsstellen als Träger Eigenanteile aufbringen: Bei 100 Euro Aufwand erhalten wir oft nur 90 Euro vom Staat. Dieser Grundsatz ist historisch gewachsen und geht auf die Subsidiarität zurück – also darauf, dass der Staat Aufgaben an freie Träger überträgt, die dafür eigene Mittel einbringen müssen. So sollte auch eine Auswahl zwischen verschiedenen Wohlfahrtsverbänden ermöglicht werden. Heute muss Beratung jedoch neutral erfolgen und zugleich stehen deutlich weniger Mitgliedsbeiträge und Kirchensteuermittel für diese Eigenanteile zur Verfügung.
 
Zum dritten sind innovative Ansätze oft nur befristet finanziert und müssten danach eingestellt werden, obwohl sie gut etabliert sind und eine wichtige Wirkung haben. Spenden helfen, diese Lücken zu schließen und Hilfe für Menschen in Not stabil und flexibel anzubieten.
 
Welche Angebote der Diakonie NAH liegen Ihnen besonders am Herzen, die ohne Spenden nicht möglich wären?

E. Kaufmann: Allen voran sind das die Sozialläden: Unser Leb-mit-Laden Tafel in Neumarkt und das Soziale Radhaus in Hersbruck. Diese Läden gäbe es ohne Spenden nicht. Und wenn jetzt die Kirchensteuer-Einnahmen weiter zurückgehen, brauchen vor allem die Suchtberatung, die Flüchtlingsberatung und die Sozialpsychiatrischen Dienste dringend Spenden, um die Eigenanteile aufzubringen. 
 
Gibt es aktuelle Projekte oder neue Ideen, die Sie gerne umsetzen würden, wenn ausreichend Spenden dafür da wären?

E. Kaufmann: Wir wollen im Leb-mit-Laden Deutschkurse anbieten und aus dem Sozialen Radhaus einen Laden für Alle entwickeln. Die Suchtberatung will die Gesundheitsprävention ausbauen, von der ja die gesamte Gesellschaft profitiert, wenn weniger Krankheitskosten entstehen.  Die Ideen gehen uns nie aus, weil leider auch die Not gerade wieder größer wird. 


 
Foto (Ricarda Hager): Dr. Elke Kaufmann 

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