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Velburg diskutiert soziale Fragen: Ministerin Scharf im Austausch mit Bürgern

04.02.2026 Velburg.

Beim Lichtmessgespräch der CSU in Velburg stand in diesem Jahr die bayerische Sozialpolitik im Mittelpunkt. Staatsministerin Ulrike Scharf stellte sich dabei den Fragen und Anliegen der Gäste und machte deutlich, dass politische Entscheidungen immer die unterschiedlichen Lebenssituationen von Menschen in Stadt und Land berücksichtigen müssten.
 
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom CSU-Stadtverbandsvorsitzenden Rainer Götz. Er betonte, dass soziale Politik nicht nur an urbanen Modellen orientiert sein dürfe, sondern gerade auch die Herausforderungen im ländlichen Raum im Blick behalten müsse. Im anschließenden Austausch zeigte sich schnell, wie eng Themen wie Arbeit, Familie, Pflege und finanzielle Absicherung miteinander verknüpft sind.
 
Ein zentrales Thema war die Teilzeitarbeit. Anhand eines konkreten Beispiels wurde geschildert, wie eine Krankenhausmitarbeiterin nach dem Tod ihres Mannes bewusst ihre Arbeitszeit reduzierte, weil sich eine Vollzeitstelle kaum auf ihr verfügbares Einkommen ausgewirkt hätte. Bezirksrätin Heidi Rackl machte deutlich, dass Teilzeit in den meisten Fällen keine freiwillige Komfortentscheidung sei, sondern aus familiären Verpflichtungen entstehe – etwa durch Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen.
 
Ministerin Scharf unterstrich diese Sichtweise. Kritik an Teilzeit greife ihrer Meinung nach zu kurz, solange das Steuersystem Mehrarbeit finanziell kaum belohne. Wenn zusätzliche Stunden kaum mehr Netto bringen, sei es nachvollziehbar, dass sich Menschen dagegen entscheiden. Entscheidend sei daher, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Leistung tatsächlich spürbar honorieren.
 
Auch die Situation von Erzieherinnen und Erziehern kam zur Sprache. Kritisiert wurde, dass ihre Bezahlung im Vergleich zu Lehrkräften deutlich niedriger liege – obwohl die frühkindliche Bildung eine entscheidende Phase im Leben der Kinder darstelle.
 
Scharf verwies auf Reformen in der Ausbildung, die mittlerweile praxisnäher und finanziell attraktiver gestaltet seien. Zudem werde die klassische Kinderpflegeausbildung aktuell überprüft und modernisiert. Wichtig sei vor allem eine enge Zusammenarbeit zwischen Kitas und Grundschulen, insbesondere mit Blick auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung.
 
Diskussionsstoff bot auch die Abschaffung des bayerischen Familiengeldes. Vertreter der Jungen Union äußerten Verständnis für die inhaltliche Entscheidung, wünschten sich aber eine Übergangsregelung, da viele Familien fest mit der Leistung geplant hätten.
 
Die Ministerin verteidigte den Kurs der Staatsregierung. Eine stufenweise Abschaffung hätte nicht genügend finanzielle Mittel freigesetzt, um dringend benötigte Investitionen in die Kinderbetreuung zu ermöglichen. Die eingesparten Gelder würden nun direkt in die Finanzierung der Kitas fließen, um steigende Gebühren zu verhindern und Träger zu entlasten – was letztlich ebenfalls den Familien zugutekomme. 
 
Das Lichtmessgespräch zeigte damit eindrucksvoll, wie vielfältig soziale Themen sind – und wie sehr politische Entscheidungen direkt in den Alltag der Menschen hineinwirken.

 
 
Sozialministerin Scharf bekam ein großes Lebkuchenherz überreicht. Foto: Johann Stauner
 
Bezirksbäuerin Rita Götz, Bezirksrätin Heidi Rackl, Ortsvorsitzender Hannes Neudam, Stadtverbandsvorsitzender Rainer Götz, Staatsministerin Ulrike Scharf, Bürgermeister Christian Schmid, Landrat Willibald Gailler, Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl

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