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Trinkwasserschutz - Gefährdungsursachen falsch gewichtet

04.03.2015 Neumarkt, Miss.

LBV-Kreisgruppe Neumarkt kritisiert Bericht der Stadtwerke zum Trinkwasserschutz

Der Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Neumarkt, sieht in dem Bericht der Stadtwerke Neumarkt über das Trinkwasserschutzgebiet „Miss“ an den Neumarkter Stadtrat die Ursachen für die Gefährdung des Trinkwassers falsch gewichtet.

Der Vorwurf der Stadtwerke Neumarkt, dass ökologische Ausgleichsflächen, auf denen der Oberboden abgeschoben wurde, eine der Hauptursachen für die Gefährdung des Neumarkter Trinkwassers sein sollen, ist abwegig. Die abgeschobene Humusschicht auf den Sandböden war nur verhältnismäßig dünn und hatte kaum eine Filterwirkung. Auf den offenen Sandflächen bildet sich in kurzer Zeit wieder eine Vegetationsdecke. Positiv auf den Grundwasserschutz wirkt sich hingegen aus, dass die Flächen nicht mehr gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. In früheren Zeiten gab es in und um Neumarkt wesentlich größere offene Sandflächen, trotzdem haben sich in der Miss große, weitgehend unbelastete Trinkwasservorräte gebildet.

Die eigentlichen Ursachen für die Grundwassergefährdung schlummern im Untergrund: So wurden beispielsweise aufgelassene Sandgruben wie an der Weichselsteiner Straße nicht nur mit Erdaushub, sondern auch mit allen möglichen Abfällen verfüllt, bis hin zu Autowracks! Viele Neumarkter, die das Gebiet der „Miss“ kennen, werden dies noch in Erinnerung haben.

Nicht der Sandabbau ans sich stellt das Hauptproblem dar, sondern es sind meistens die „Sünden der Vergangenheit“, wenn auch heute noch an einzelnen Stellen nicht verwertbare Reste aus der Herstellung von Baumaterialen in die Gruben verfüllt werden.

Der LBV bedauert, dass wieder mal das schwächste Glied, nämlich der Natur- und Artenschutz ins Visier genommen wird, während z.B. die intensive landwirtschaftliche Nutzung um Lähr und Weichselstein mit der starken Ausbringung von Gülle und Pestiziden mit keinem Wort angesprochen wird. Der Naturschutz darf nicht zum Sündenbock für frühere Versäumnisse im Grundwasserschutz erklärt werden.

Einig ist sich der Landesbund für Vogelschutz mit den Stadtwerken hingegen in der Feststellung, dass mit der sich immer weiter in die Fläche ausdehnenden Bau- und Gewerbegebieten im Umfeld der Stadt Neumarkt das Wasserschutzgebiet von allen Seiten in Bedrängnis gerät.

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