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Titus-Waldenfels-Band spielte in Oberweiling

15.02.2015 Oberweiling, Kneipenbühne.

 Die Titus-Waldenfels-Band ist immer für eine Überraschung gut. Am Samstag zeigten Julia Loibl, Michael Reiserer und der Spiritus Rector des Trios dem leider wieder viel zu spärlichen Publikum, was „maximaler Minimalismus“ bedeutet. Dieser scheinbar widersinnige Begriff erklärt sich durch die Besetzung: Waldenfels spielt gleichzeitig Bass und dazu wahlweise Banjo, Gitarre, Square Neck und Geige, Reiserer bedient des Öfteren gleichzeitig Akkordeon und Schlagzeug und singt dazu – und wenn nicht, streicht er die Singende Säge. Nun darf man sich nicht vorstellen, dass da von Waldenfels vorwiegend Akkorde geschrubbt werden: nein, ein köstliches Solo folgt auf das andere – und auch die Begleitung deutet die Akkordfolge eher an, statt sie auszuwalzen. Das Resultat stellt sich als eine duftige musikalische Skizze dar, befreit von allem Überflüssigen. Julia Loibl, eine Hälfte von „Hasemanns Töchter“ steuert dazu eine grandiose Stimme bei, glasklar und zu jedem Moment umwerfend sicher in der Intonation.

Die Programmauswahl ist  – wie der Titel „von Bally Prell bis Dolly Parton“ bereits vermuten lässt – ein Universum an Stilen, in dem Loretta Lynn genauso Platz hat wie Tom Waits, Tim Hardin genauso wie June Carter Cash, Manu Chao genauso wie Kurt Weill/Bertold Brecht und Bob Dylan. Und dazwischen – welch eine Würze – präsentiert Julia Loibl  bayerische Schmankerl wie die „Kathi von Obergiasing“ oder „Agathl, Agathl“: zum Niederknien witzig und charmant.

Besser hätte die Auswahl an einem Faschingswochenende nicht sein können: zumindest nicht für ein Publikum, dem Alaaf-Helau-Gedöns zu schäbig ist und dem Pappnasen am Allerwertesten vorbei gehen. Man braucht keinen Konfettiregen, um in Stimmung zu kommen. Das geht anders besser.

Foto: Heike Berghofer

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