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Shuntreferenzzentrums am Klinikum Neumarkt

09.02.2024 Neumarkt.

 
Am 27.1.24 fand anlässlich des 1-jährigen Bestehens des Shuntreferenzzentrums am Klinikum Neumarkt ein Symposium mit Workshop für ärztliches uns pflegerisches Fachpersonal statt.  Ca. 60 Teilnehmer sorgten dafür, dass die Veranstalter von einem vollen Erfolg sprechen konnten.
 
Ein Shunt oder Dialysezugang ist eine operativ angelegte Kurzschlussverbindung zwischen einer Schlagader und einer Vene, über die Blut bei der Blutwäsche (Dialyse) entnommen, gereinigt und wieder in den Körper zurückgegeben werden kann. Oft wird sie als „Lebensader“ für Menschen bezeichnet, deren eigene Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten und die auf die lebensnotwenige Blutwäschebehandlung angewiesen sind. Allen Belangen rund um diese Dialysezugänge widmet sich das interdisziplinäre Team des Shuntzentrums.
 
Das Symposium stand unter dem Motto „Wir brauchen die ganze Truppe, jeden Spieler des Teams, wenn wir erfolgreich sein wollen“, einem Zitat von Fußballtrainer Pep Guardiola. In einem abwechslungsreichen Programm, das Interessantes für alle beteiligten Fachdisziplinen (Nephrologie, Gefäßchirurgie, interventionelle Radiologie und Dialysepflege) bot, wurde von den hochkarätigen Vortragenden immer wieder die Zusammenarbeit zwischen den Dis-ziplinen hervorgehoben. Diese ist zum Erhalt eines Dialysezugangs besonders wichtig. 
 
Ergänzend zum wissenschaftlichen Programm fanden zwei Workshops mit praktischen Übungen statt. Am Ultraschallgerät wurde ein DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin)-zertifizierter Kurs zur Shuntsonographie für Ärztinnen und Ärzte angeboten. Dialysepflegekräfte sowie ärztliches Personal konnten sich parallel an Modellen in sonografisch gestützter Shuntpunktion schulen lassen. 
 
Landrat Willibald Gailler zeigte sich bei der Begrüßung erfreut, dass das Shuntreferenzzentrum weit über die Landkreisgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf genießt. Die Zertifizierung zeuge von der Expertise des Teams, von der schlussendlich die Patienten im gesamten Landkreis Neumarkt profitierten. Dr. Ute Meister, Chefärztin der Abteilung Gefäßchirurgie, Leiterin des Shuntzentrums und ärztliche Direktorin, bedankte sich bei allen Beteiligten für das herausragende Engagement und die gute Zusammenarbeit. Erstmals in Neumarkt prä-sentieren konnte sich auch der zukünftige Chefarzt der Abteilung Nephrologie und Leiter des KfH-Nierenzentrums Neumarkt, Dr. FierasDahhan. Er wird ab 01. April die Nachfolge von Dr. Randolf Seitz antreten.
 
Das Klinikum Neumarkt wurde im vergangenen Jahr als „Interdisziplinäres Shunt-Referenzzentrum“ von vier Deutschen Fachgesellschaften (Nephrologie, Angiologie, Gefäßchirurgie und –medizin, interventionelle Radiologie) zertifiziert. Damit ist das Klinikum das zweite in Bayern und das einzige in Nord- und Ostbayern. Seit der Gründung des KfH-Nierenzentrums und der Nephrologie am Klinikum Neumarkt vor 37 Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten der Nephrologie sowie Shuntchirurginnen und –chirurgen. Diese langjährigen Bemühungen um den Dialysezugang am Klinikum wurden nun durch die Verleihung des Zertifikats gewürdigt. Die Initiative zur Zertifizierung von Interdisziplinären Zentren für Dialysezugänge wurde gegründet, um die Qualität von Gefäßzugängen zur Hämodialyse u.a. durch Implementierung von Leitlinien zu verbessern und messbar zu machen. 
 
Möglichst wohnortnah soll flächendeckend die Erstanlage optimaler Dialysezugänge gewähr-leistet und gleichzeitig die Komplikationsbehandlung auf hohem fachlichem Niveau und rund um die Uhr sichergestellt werden.  
 
Foto: Julia Scherer
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