Das Nachrichtenportal für Neumarkt/OPf.
Dienstag, 21.04.2026 / 06:15:04 Uhr
Neumarkt/OPf.

4° C

 News

Raus aus der Erneuerungskrise

12.03.2026 Regensburg.

Beim Jahresempfang der Wirtschaft von IHK und Handwerkskammer wurde deutlich, dass die Politik die regionalen Unternehmen bei der Transformation unterstützen muss.

Etwa 940 Milliarden Euro Verlust an Wertschöpfung durch Krisen misst das Institut der deutschen Wirtschaft hierzulande seit 2020. Wie den ostbayerischen Unternehmen der Aufbruch aus dem Krisenmodus gelingt, diskutierten über 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Institutionen beim Jahresempfang der Wirtschaft von IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim und Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz am Mittwochabend im Römerhof der IHK. Zu Gast bei dem Empfang war auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Robuste heimische Wirtschaft

Die aktuelle wirtschaftliche Lage bleibt herausfordernd – dennoch sieht IHK-Präsident Christian Volkmer klare Signale der Stärke. „Trotz globaler Krisen beweisen unsere Unternehmen beeindruckende Resilienz“, betonte er bei der Begrüßung. Besonders der Mittelstand trage mit Innovationskraft und hoher Ausbildungsqualität maßgeblich zur Stabilität bei. Positive Entwicklungen wie wachsende Gästezahlen im Tourismus sowie starke Technologietrends in der Region zeigten zudem, „dass wir allen Herausforderungen zum Trotz Zuversicht haben können“. Die IHK fordert von der Politik vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und Investitionen in die Infrastruktur, damit die regionalen Unternehmen Chancen entschlossen nutzen können.

Klare Industriepolitik gefordert

„Deutschlands Industrie steckt in einer Erneuerungskrise. Investitionen, Gründungen in der Industrie und Stellenangebote sind derzeit so niedrig wie nie“, stellte Keynote-Speaker Professor Dr. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heraus. „Angesichts der tiefgreifenden Transformation braucht es eine Industriepolitik, die Markt und Wettbewerb stärkt.“ Die Politik solle dafür in die Infrastruktur der Zukunft investieren, Gründungen entschlossen fördern, Förderung und Beschaffung als Innovationspolitik betreiben und Rahmenbedingungen schaffen, mit denen sich Beschäftigte in Bereiche von Zukunftstechnologien weiterentwickeln können.

Aiwanger: Zukunftstechnologien und Hightech

„Die Region Regensburg verfügt über eine starke Wirtschaft“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Mit einem BIP pro Kopf von über 100.000 Euro in der Stadt und einer Arbeitslosenquote von nur 3,6 Prozent im Landkreis stehe die Region überdurchschnittlich gut da. „Das muss trotz der aktuellen Herausforderungen wie steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und starkem internationalen Wettbewerb so bleiben. Deswegen unterstützen wir seit 2015 die Unternehmen vor Ort mit Regionalförderungen in Höhe von rund 19,8 Millionen Euro, investieren kontinuierlich in Zukunftstechnologien und Hightech und treffen Maßnahmen, damit Fachkräfte gesichert werden“, so der Minister.

Wandel aktiv gestalten

Mit einem Aufruf zu entschlossenem Zukunftsoptimismus schloss Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber: „Lamentieren bringt uns nicht weiter – wir müssen den Wandel aktiv gestalten.“ Angesichts technischer Umbrüche und globaler Krisen seien mutige Reformen, weniger Regulierung sowie mehr Tempo in den Verwaltungen nötig. Das Handwerk zeige trotz der schwierigen Lage Investitionsbereitschaft und Innovationskraft, etwa durch neue Berufsbilder. „Der Druck ist groß, aber genau darin liegt auch eine Chance“, so der HWK-Präsident. 

« zurück


Diese Themen könnten Sie auch interessieren: