Das Nachrichtenportal für Neumarkt/OPf.
Montag, 16.03.2026 / 22:47:12 Uhr
Neumarkt/OPf.

3° C

 News

Ohne angepasste Wildbestände ist der dringend notwendige Waldumbau nicht möglich

04.03.2026 Neumarkt / Landkreis.

„Wir brauchen höhere Abschüsse“

JHV der ARGE Jagdgenossenschaft im BBV Neumarkt
 
Hollerstetten – „Wir brauchen höhere Abschüsse, damit die Naturverjüngung wachsen kann, denn ohne angepasste Wildbestände ist der dringend notwendige Waldumbau nicht möglich“, sagte Vorsitzender Martin Federhofer bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung der ARGE Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im BBV in Hollerstetten. Der Abend verdeutlichte mehr denn je, dass es nur gemeinsam geht: „Jäger und Jagdgenossen müssen Partner sein.“
 
Forstdirektor Horst-Dieter Fuhrmann verwies darauf,  dass Waldbesitzer in Zeiten der Klimaerwärmung vor großen Herausforderungen stehen, da die Baumartenwahl den Wald und seine Bewirtschaftung über viele Jahrzehnte beeinflussen. In der Region gibt es noch viele Fichten- und Kiefernreinbestände, die dem Klimawandel auf Dauer nicht Stand halten. Chancen hätten nur gemischte Wälder mit möglichst vielen Baumarten. Klimatolerante Mischwälder und die Verjüngung der Hauptbaumarten können aber ohne Schutzmaßnahmen nur entstehen, wenn die Wildbestände  entsprechend angepasst sind.  
 
Fuhrmann warb für einen jährlichen Waldbegang von Waldbesitzern, Jägern und Jagdgenossenschaft, „weil Jagd und Waldbau zusammen gehören. Um den notwendigen Waldumbau zu schaffen muss ausreichend geschossen und gleichzeitig Durchforstung und Holznutzung betrieben werden.“ 
 
Das unterstrich auch Alois Meier, Geschäftsführer der WBV Parsberg., denn Waldbegänge würden zeigen, ob der Abschuss passt. Er plädierte für das Waldbaumodell 15/15: 15 Rehe pro 100 Hektar und das 15 Jahre lang. So erreiche man paradiesische Verjüngungsstrukturen, ohne Zaun, mit allen im Revier vorhandenen einheimischen Baumarten. 
 
Damit Waldbegänge erfolgreich sind müsse man sie entsprechend vorbereiten. Die besten Erfahrungen habe man mit Visualisierung der Baumarten gemacht. Mittlerweile hat man sich für Fiberglasstäbe zur Kennzeichnung entschlossen, „weil die am längsten halten und man die Entwicklung der Baumarten bestens verfolgen kann.“
 
Stefan Berner, Sachgebietsleiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt, befasste sich mit dem neuen Jagdgesetz. So ist z.B. geplant, dass Rehwild auch ohne feste Abschusspläne bejagt werden kann. Ein geeignetes Jagdkonzept soll Hilfestellung leisten. 
 
Fachberaterin Maria Wittmann informierte über den von BBV und Bayerischem Waldbesitzerverband   entwickelten neuen Jagdpachtvertrag, der die Jagdgenossenschaften in ihrer Steuerungs- und Gestaltungsfunktion stärkt. Dies sei kein härterer sondern ein moderner Steuerungs- und Kooperationsvertrag, der Ziele messbar macht, faire Verfahren schafft, Streit reduziert und den Waldumbau schützt. Ziel sei es die Eigenverantwortung auf beiden Seiten zu stärken. BBV-Kreisobmann Michael Gruber bekräftigte die Wichtigkeit der  Schulungen für Jagdvorsteher, vor allem im Hinblick auf die Jagdgesetzesnovelle, weil Jagdgenossenschaften über die Abschussplanfreiheit oder die Einführung eines körperlichen Nachweises zur Abschusskontrolle beschließen müssen. 

Waren sich bei der Versammlung der ARGE Jagdgenosssenschaften und Eigenjagdbesitzer im BBV einig, dass Jäger und Waldbesitzer beim Waldumbau an einem Strang ziehen müssen: BBV-Kreisobmann Michael Gruber, Fachberaterin Maria Wittmann, Forstdirektor Hans-Dieter Fiuhrmann, AELF Amberg-Neumarkt, Vorsitzender Martin Federhofer, stellvertretender Landrat Meier, Sachgebietsleiter Stefan Berner, Untere Jagdbehörde, stellvertretender Vorsitzender Hans Hengl und Dr. Sonja Forster, Veterinäramt (v.li.).

Fotos: Lorenz Märtl

« zurück


Diese Themen könnten Sie auch interessieren: