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Neuerungen im eCommerce ab 1. Juli 2021

11.06.2021 Regensburg.

Steuerfreigrenze von 22 Euro auf Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern fällt

Zur  Jahresmitte  treten  im  Rahmen  des  sogenannten  Mehrwertsteuer-Digitalpakets  umfang-reiche Änderungen für den grenzüberschreitenden Onlinehandel in Kraft. Ab  diesem  Zeitpunkt  sind  alle  Sendungen  aus  Ländern  außerhalb  der  EU  umsatzsteuerpflichtig.  Die  derzeitige  Regelung,  bei  der  Kleinsendungen  bis  zu  einem  Wert  von  22  Euro steuerfrei  importiert  werden  können,  wird  damit  entfallen.  Nur  Einfuhrabgaben  von  weniger als einem Euro werden nicht erhoben. Kommerzielle  Post-und  Kuriersendungen  aus  Nicht-EU-Staaten  müssen  in  elektronischer Form beim Zoll angemeldet werden.

Durch  die  Abschaffung  der  Wertgrenze  werden  Wettbewerbsnachteile  für  heimische  Unternehmen  beseitigt.  Während  inländische  Händler  unabhängig  vom  Wert  der  verkauften Waren  die  Mehrwertsteuer  in  Rechnung  stellen  müssen,  können  Unternehmen  von  außerhalb der  EU  bislang  von  der  Freigrenze  profitieren  und  so  Versandprodukte  kostengünstiger  in der EU vertreiben.Gleichzeitig  wird  mit  dieser  Rechtsänderung  dem  Umsatzsteuerbetrug  im  Onlinehandel strukturell entgegenwirkt. Denn Sendungen werden oftmals vorsätzlich unterfakturiert und so die Wertgrenze missbräuchlich ausgenutzt.

Die  neuen  Bestimmungen  bedeuten  für  die  meisten  Online-Besteller  aber  keinen  zusätzlichen  Aufwand.  Wie  auch  bisher  üblich,  übernimmt  in  der  Regel  der  beauftragte  Beförderer (Post-,  Kurier-und  Expressdienstleister)  die  Zollabwicklung  und  tritt  für  die  fälligen  Einfuhrabgaben  in  Vorleistung.  Die  Sendungsempfänger  zahlen  die  verauslagten  Einfuhrabgaben dann bei der Auslieferung an denZusteller zurück.

Online-Besteller  sollten  hierbei  beachten,  dass  die  Beförderungsunternehmen  grundsätzlich eine gesonderte Servicepauschale für die Anmeldung beim Zoll und Zahlung der Einfuhrabgaben erheben. Die Servicepauschale ist keine Einfuhrabgabedes Zolls.

Zugleich  besteht  ab  1.  Juli  2021  bei  Sendungen bis  zu  einem Wert  von 150  Euro  die  Mög-lichkeit,  dass  der  Online-Händler  die  Umsatzsteuer  unmittelbar  an  die  zuständigen  Steuerbehörden  in  der  EU  zahlt.  Bedingung  hierfür  ist,  dass  sich  der  Händlerim  Mehrwertsteuersystem  der  EU  registriert  hat  und  für  die  Steuerabwicklung  den  sogenannten  Import  OneStop Shop (IOSS) nutzt. In diesen Fällen sind die Einfuhrabgaben in der Regel, wie die Umsatzsteuer  beim  Inlandskauf,  bereits  im  Rechnungsendbetrag  des Online-Händlers  enthal-ten.  An  den  Post-oder  Kurierdienstleister  muss  der  Sendungsempfänger  dann  keine  Einfuhrabgaben bei der Zustellung bezahlen.

Die   Wertgrenze  für die  Erhebung von warenabhängigen   Zollabgaben auf Online-Bestellungen  aus  Nicht-EU-Ländern  ist  von  den  Neuerungen  zum  1.  Juli  2021  nicht  betroffen. Hier bleibt der Freibetrag von 150 Euro weiterhin bestehen.

Ausführliche  Informationen  zu  den  Rechtsänderungen  sind  unter  www.zoll.de  sowie  über den dort zur Verfügung gestellten Chatbot „TinA“ abrufbar.  Darüber  hinaus  beantwortet  die Zentrale Auskunft der Zollverwaltung in gewohnter Weise telefonisch oder per E-Mail gestell-te allgemeine Anfragen zum Thema eCommerce.

Auf  der  Website  des  Zolls  wurden  auch  umfassende  Informationen  für  Online-Händler,  Beförderungsunternehmen und andere Wirtschaftsbeteiligte zur Vorbereitung auf die anstehen-den  Änderungen  und  zu  den  künftigen  Modalitäten  für  die  Erklärung  und  Zahlung  der  Umsatzsteuer (u.a. IOSS und Sonderregelung „Special Arrangement“) bereitgestellt.

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