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Neue Tarifrente Bau startet ab 1. Januar 2016

22.12.2015 Neumarkt.

Ein Meilenstein für die Bauwirtschaft zugunsten der Beschäftigten

Die Bauinnung Neumarkt weist darauf hin, dass die Bauwirtschaft bundesweit die zusätzliche Altersversorgung ab dem 1. Januar 2016 neu regelt. Die Tarifrente Bau wird ab diesem Zeitpunkt das seit 1957 bestehende System der Rentenbeihilfe weiter entwickeln. Davon profitieren die bundesweit 760.000 Beschäftigten am Bau gleichermaßen.

Nach Meinung der Bauinnung Neumarkt wurde mit der Systemumstellung zugunsten der Beschäftigten am Bau ein Meilenstein gesetzt, der eine zukunftssichere Rente garantiert, auf stabilen Beiträgen basiert und eine sehr attraktive Zusatzrente für die Bauarbeitnehmer  sicherstellt.

Hierzu Innungsgeschäftsführer Sebastian Meckl: „Das alte System war umlagefinanziert und damit quasi ein gemeinsames Konto aller Arbeitnehmer am Bau. Aufgrund des demographischen Wandels mit der Problematik von immer weniger Beitragszahlern, aber immer mehr Rentenbeihilfebeziehern führte es zu Rentenbeihilfezahlungen von nur noch maximal 88 Euro pro Monat. Mit dem neuen kapitalgedeckten Verfahren bekommt jeder Arbeitnehmer nun sein eigenes Rentenkonto. Dies führt zu deutlich höheren Leistungen zugunsten der Arbeitnehmer. Die Höhe der Auszahlung hängt nun maßgeblich von der eigenen Beschäftigungsdauer des einzelnen Arbeitnehmers in der Bauwirtschaft ab.“

Die Tarifrente Bau wird künftig erstmals auch für Beschäftigte in den neuen Bundesländern und bereits für die ca. 40.000 Auszubildenden gelten.

Wie bisher wird der Beitrag rein vom Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gezahlt. Für die gewerblichen Baustellenmitarbeiter (z.B. Facharbeiter) wird er als monatlicher Prozentsatz der Bruttolohnsumme errechnet (3,8 % der Bruttolohnsumme - entspricht ca. 100 Euro) und bei den Bauangestellten (z.B. Bürokräfte, Poliere, Bauleiter etc.) wird ein monatlicher Festbeitrag (79,50 €) erhoben.

Alle beim Arbeitgeber erhobenen Beiträge fliesen an die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) in Wiesbaden. Dadurch, dass die Beitragszahlung in einem für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag geregelt ist, ist sichergestellt, dass alle Arbeitnehmer, bei denen der Bauarbeitgeber Beiträge an die SOKA-BAU abführt, auch tatsächlich in den Genuss der neuen Tarifrente kommen.

Ob Arbeitnehmer von der Rentenumstellung profitieren, können diese einfach dadurch überprüfen, indem sie sich versichern, dass sie eine Arbeitnehmernummer bei der SOKA-BAU haben.

Obermeister Werner Keckl: „ Die Berufe in der Bauwirtschaft angefangen vom Maurer, Betonbauer, Fliesenleger, Isolierer, Straßenbauer, Stuckateur, Estrichleger, Trockenbauer und weiteren 10 Berufen des Bauhauptgewerbes bis hin zum Zimmerer werden für den Nachwuchs durch die neue Rente attraktiver. Eine attraktive tarifvertragliche Altersversorgung ist daher auch ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Bauwirtschaft. Fachleute haben errechnet, dass ein heute 20-jähriger mit einer Auszahlung in Höhe von 363 Euro und ein 30-jähriger mit 234 Euro monatlich zusätzlich zu seiner gesetzlichen Rente rechnen kann, das kann sich auch im Vergleich zu anderen Branchen sehen lassen.“
 

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