Neue Suchtberatungsstelle der Diakonie NAH e. V. in Parsberg
05.02.2026 Parsberg.
Seit Oktober 2025 steht die Suchtberatungsstelle in Parsberg unter neuer Trägerschaft. Die Diakonie NAH e. V. hat das bisherige Angebot der Caritas Fachambulanz übernommen und führt die Beratung nun in den Räumlichkeiten des Parsberger Rathauses fort. Damit ist die Suchtberatung im Landkreis Neumarkt bei einem Träger gebündelt – ein Schritt, der auch dem Wunsch des Bezirks entsprach. Als Ansprechpartnerin vor Ort ist die Sozialpädagogin Gina Lübbecke tätig. Sie bringt umfassende Erfahrung aus ihrer früheren Arbeit beim Krisendienst Mittelfranken mit, wo sie Menschen in akuten psychosozialen Krisen begleitet hat. An der Arbeit in der Suchtberatung schätzt sie besonders die Vielfalt der Aufgaben, den Beziehungsaufbau im Beratungsprozess und den intensiven Kontakt mit den Ratsuchenden: „Mir ist es wichtig, gemeinsam mit den Ratsuchenden tragfähige Perspektiven zu entwickeln und sie auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen.“
Das Beratungsangebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige. Am häufigsten wenden sich Menschen wegen Alkoholproblemen an die Beratungsstelle, doch auch Abhängigkeiten von illegalen Substanzen, Glücksspiel, Internet oder Smartphones spielen eine Rolle. „Zu uns kommen Menschen aus allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten ab 18 Jahren, darunter auch viele Seniorinnen und Senioren“, erklärt G. Lübbecke. Gerade der Übergang in den Ruhestand könne mit viel freier Zeit und dem Verlust von Sinnstiftung verbunden sein und bestehende Problematiken verstärken.
Thomas Mark, Leiter der Suchtberatung der Diakonie NAH e. V., weist darauf hin, dass Suchterkrankungen häufig ritualisiert sind, wie z.B. das „Feierabendbier“. Wer in die Beratungsstelle kommt, hat das Bedürfnis zur Veränderung. Entscheidend sei das Verständnis, dass Sucht eine Erkrankung ist. Aussagen wie „Der soll halt aufhören zu trinken“ seien wenig hilfreich. Besonders im ländlichen Raum seien Scham, soziale Kontrolle und Druck ein großes Thema. Die Beratungsstelle befindet sich im Obergeschoss des Rathauses und ist barrierefrei mit dem Aufzug erreichbar. Die Beratung ist kostenfrei und unterliegt der erweiterten Schweigepflicht nach § 203 StGB. Termine werden nach vorheriger Vereinbarung vergeben, die Wartezeit beträgt in der Regel etwa eine Woche. Das Erstgespräch ist unverbindlich. Die Dauer und Häufigkeit der Beratung variieren stark – von kurzfristiger Unterstützung bis hin zu einer längerfristigen Begleitung, etwa im Rahmen der Nachsorge nach einem Reha-Aufenthalt. Im Namen der Diakonie NAH e. V. dankt Gina Lübbecke zudem Bettina Zurek, die die Suchtberatung in Parsberg über viele Jahre hinweg geprägt hat und sich seit dem 30. September 2025 in der passiven Altersteilzeit befindet.
Abschließend ermutigen Gina Lübbecke und Thomas Mark dazu, die Fastenzeit vom 18.2. bis 4.4. für eine bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten, ob Alkohol oder soziale Medien zu nutzen. „Wir beraten und begleiten gerne, wenn Sie feststellen, dass Ihnen das sehr schwerfällt oder unmöglich ist“, betonen beide.
Kontakt: Suchtberatung Diakonie NAH e. V., Parsberg: Telefon 09492 / 7390 E-Mail: suchtberatung@diakonie-nah.de
Gina Lübbecke und Thomas Mark (beide Diakonie NAH e.V. – Foto: Iris Lederer

































