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Flüchtlings- und Integrationsberatung – eine dauerhafte Aufgabe

24.11.2021 Neumarkt.

Die Krise an der polnisch-belarussischen Grenze erinnert uns alle daran, dass viele Menschen weltweit tagtäglich auf der Flucht sind, was für viele in der Bevölkerung längst „vergessen“ und „abgeschlossen“ war. Nicht so für das Team der Flüchtlings- und Integrationsberatung (FIB) in Neumarkt. Für sie ist die Unterstützung und Beratung von Menschen jeglicher Herkunft tägliche Selbstverständlichkeit. Die FIB ist für Asylbewerber und Geduldete die einzige Beratungsstelle im Landkreis Neumarkt. Seit 2016 ist die FIB ein ökumenisches Projekt zwischen der Caritas und der Diakonie in Neumarkt. Derzeit werden in den 43 Asylunterkünften im Landkreis ca. 470 Personen beraten“, berichtet Magdalena Scholz. Denn 2018 wurde der Aufgabenbereich auf Basis der gesetzlichen Regelungen erweitert. „Wir unterstützen und beraten seitdem auch Menschen, die nicht mehr im Asylverfahren sind, bis zu drei Jahre lang, meist jedoch länger, da die Integration in diesem Zeitraum kaum abgeschlossen ist. Ebenso bieten wir Migrationsberatung für alle, die aus der EU oder einem Drittstaat nach Deutschland kommen“, erklärt Hildegard Remling. Nicht verwunderlich ist daher, dass derzeit über 1000 Personen von den Mitarbeiterinnen Carmen Inarrea, Hildegard Remling, Angelika Simbeck, Lisa Sippl und Magdalena Scholz beraten werden. Zu den umfangreichen Themen gehören Aufklärung über den Ablauf von Asylverfahren und Ansprüchen von Sozialleistungen sowie über das deutsche Gesundheitssystem, Ausfüllen von Anträgen, Kontakt zu Jobcenter, Kitas, Schulen, Sprachkursen und Weitervermittlung bei Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungssuche. Das Team bildet sich kontinuierlich in fachlichen Schulungen fort, um auf dem neuesten Wissensstand der sich stetig ändernden Regelungen zu sein. „Seit Corona arbeiten wir außerdem mit einem strikten Hygiene-Schutzkonzept und haben seitdem auch die aufsuchende Arbeit eingestellt, d.h. die Menschen werden nicht mehr vor Ort in den Unterkünften, sondern ausschließlich bei uns nach individueller Terminvereinbarung beraten“, so M. Scholz. Auch Ehrenamtliche engagieren sich, allerdings seien es inzwischen nur noch vereinzelte Menschen, die aktiv sind und kein Vergleich zu der Zeit zwischen 2015 und 2018, als es so viele helfende Hände gab. „Ganz dringend suchen wir Menschen, die dolmetschen und übersetzen können. Wir haben zwar einen internen Pool, aber unser Netzwerk müsste dringend erweitert und ergänzt werden.“ Welche Wünsche hat das Team an „die“ Gesellschaft und Politik? „Dass die Fachkräfte feste, unbefristete Arbeitsstellen erhalten. Es ist eine staatliche Aufgabe, die ordentlich strukturiert und finanziert werden muss“, so Björn Bracher, Bereichsleiter Soziale Dienste, denn derzeit gibt es nach den Bayerischen Richtlinien nur befristete Zuschüsse, die die Kosten nicht voll abdecken. Die Diakonie Nürnberger Land und Neumarkt ist auf Spenden und Zuwendungen angewiesen, um die Stellen sicherzustellen. „Mehr Respekt gegenüber unserem Klientel“, „aufgeschlossenere Corona-Regelungen in den Behörden, mit denen wir in Kontakt sind“, „neue ehrenamtlich Mitarbeitende“, sind weitere Wünsche aus dem FIB-Team.

Kontakt:  FIB Neumarkt, Hofplan 5, Tel: 09181 5091117, Mail: fib-nm@diakonie-ahn.de

v.l.: Carmen Inarrea, Hildegard Remling, Lisa Sippl, Magdalena Scholz, Angelika Simbeck - Foto: I.Lederer

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