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Landratskandidat: FDP Neumarkt nominiert Sascha Renner - Listen für Kreis- und Stadtrat aufgestellt

05.12.2025 Neumarkt / Landkreis.

Der FDP-Kreisverband Neumarkt hat bei einer Nominierungsversammlung im Hotel-Gasthof Schönblick seine personellen Weichen für die Kommunalwahl im März 2026 gestellt. Einstimmig bestimmten die Mitglieder den 32-jährigen Volkswirt Sascha Renner zum Landratskandidaten. Zugleich wurden die Listen für den Kreistag und den Neumarkter Stadtrat verabschiedet.
 
Renner, der in Velburg aufgewachsen ist und seit rund vier Jahren für die FDP im Kreistag sitzt, arbeitet als selbstständiger Unternehmer im Bereich automatischer Fahrgastzählsysteme für den öffentlichen Nahverkehr. Er sieht in der anstehenden Wahl eine besondere Chance für einen Wechsel an der Spitze des Landkreises, da der amtierende Landrat nicht mehr antritt. „Wir wollen als FDP mahnende Stimme sein“, sagte Renner bei der Versammlung. Aufgabe eines Landrats sei es nicht, den Landkreis nur zu verwalten, sondern ihn aktiv zu gestalten.
 
Inhaltlich setzte Renner mehrere Schwerpunkte. Er kritisierte, dass im Kreistag oftmals sehr breite Mehrheiten herrschten und eine echte Streitkultur zu kurz komme. Politik müsse Alternativen aufzeigen und unterschiedliche Sichtweisen offen austragen. Mit Blick auf den Kreishaushalt mahnte er einen verantwortungsvollen Umgang mit Personal und Finanzen an. In den vergangenen Jahren seien im Landratsamt zahlreiche zusätzliche Stellen geschaffen worden, etwa im Zusammenhang mit der Flüchtlingslage. Angesichts konjunktureller Unsicherheiten und einer sich eintrübenden Lage in der Industrie müsse der wirtschaftlich starke Landkreis vorausschauend handeln und seine Ausgaben im Blick behalten.
 
Ein weiterer Schwerpunkt Renners ist die Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Beim viel diskutierten Ausbau der B 299 brachte er eigene Vorstellungen ein: Eine Anbindung an den Blomenhof-Kreisverkehr könne aus seiner Sicht den Durchgangsverkehr besser aufnehmen und zugleich die Marktgemeinde Berg wirksam entlasten. Zusätzlich sprach er sich für eine Spange am Rand von Seubersdorf aus. Grundsätzlich bekenne sich die FDP klar zum Individualverkehr, betonte Renner, zugleich brauche es aber einen funktionierenden und attraktiven öffentlichen Nahverkehr. Als Beispiel nannte er die Verlängerung der S-Bahn-Strecke bis Parsberg.
 
Zu den zentralen Zukunftsaufgaben des Landkreises zählt Renner außerdem das geplante neue Berufsschulzentrum und die Weiterentwicklung der weiterführenden Schulen. Für das Klinikum Neumarkt hält er eine stärkere Spezialisierung für notwendig, um den Standort langfristig abzusichern – sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich. Insgesamt wolle er den Landkreis breiter aufstellen, damit dieser auch bei wirtschaftlichen Einbrüchen robust bleibe.
 
Parallel zur Landratsnominierung stellte der FDP-Kreisverband seine Kreistagsliste auf. Insgesamt 35 Kandidatinnen und Kandidaten aus nahezu allen Gemeinden des Landkreises treten an. Angeführt wird die Liste von Landratskandidat Sascha Renner. Auf den weiteren vorderen Plätzen folgen unter anderem die Neumarkter Rechtsanwältin Dr. Ira Hörndler, die Zahnärztin Tetiana Aristarkhova, Sebastian Meier aus Sengenthal und Florian Hilpoltsteiner aus Freystadt. Die Liberalen setzen dabei nach eigenen Angaben auf eine Mischung aus jungen Kräften, berufserfahrenen Kandidierenden und kommunalpolitisch bereits Engagierten.
 
Auch für den Neumarkter Stadtrat hat die FDP ihre Liste beschlossen. Mit 21 Bewerberinnen und Bewerbern wollen die Liberalen bei der Kommunalwahl antreten. Derzeit stellt die Partei einen Stadtratssitz, das erklärte Ziel sind zwei bis drei Mandate. An der Spitze der Liste stehen drei in Neumarkt bekannte Namen: Auf Platz eins kandidiert Dr. Ira Hörndler, die vor knapp vier Jahren in den Stadtrat nachgerückt ist. Die auf Immobilienrecht spezialisierte Rechtsanwältin will ihre fachliche Expertise weiterhin in städtebauliche Entscheidungen einbringen, etwa bei der Sanierung des Schlossweihers und der Entwicklung neuer Nutzungskonzepte für die Innenstadt. Ein wichtiges Anliegen ist ihr zudem mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger sowie eine Verkehrsführung, die den innerstädtischen Raum entlastet. Sie spricht sich für eine echte Fußgängerzone rund um das Rathaus aus und kann sich vorstellen, große Linienbusse aus der Altstadt weitgehend herauszuhalten und durch kleinere, perspektivisch auch autonom fahrende Fahrzeuge zu ersetzen.
 
Auf Platz zwei der Stadtratsliste steht Tetiana Aristarkhova. Die Zahnärztin stammt aus Charkiw und lebt seit 2015 in Deutschland. Sie engagiert sich ehrenamtlich in unterschiedlichen Vereinen besonders für Geflüchtete aus der Ukraine und betont in ihrer Rede die Bedeutung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und gemeinsamen Werten in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Komplettiert wird die Spitzengruppe durch den ehemaligen Neumarkter Bundestagsabgeordneten Nils Gründer auf Platz drei, der kommunalpolitische Anliegen mit Erfahrungen aus der Bundespolitik verbinden soll.
 
Im weiteren Verlauf der Liste finden sich unter anderem Felix Fleischmann, Jonas Lippmann, Marc-Leon Hahne, Christoph Richter, Louis Lang, Jan Gründer und Christian Helmreich sowie weitere parteilose und parteigebundene Kandidatinnen und Kandidaten. Die FDP will mit dieser Mischung aus lokal verankerten Persönlichkeiten und neuen Gesichtern vor allem Themen wie Stadtentwicklung, Verkehr, Bildung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt des Wahlkampfs stellen.
 
Der eigentliche Wahlkampfauftakt ist für Januar geplant. Dann will die FDP mit Infoständen in der Neumarkter Innenstadt, Veranstaltungen im Landkreis und einer verstärkten Präsenz in den sozialen Medien das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen. Zusätzlich ist im Februar ein Neujahrsempfang vorgesehen. Mit der Landratskandidatur von Sascha Renner, einer voll besetzten Kreistagsliste und der 21-köpfigen Stadtratsliste will die FDP bei der Kommunalwahl 2026 im Landkreis Neumarkt an politischem Gewicht gewinnen.
 
 
Foto: Daniel Pestner
 
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