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Alle Plätze besetzt

21.06.2021 Oberweiling.

 
Herrliches Wetter, das unvergleichliche Ambiente des O’wei-Gartens, alle Plätze besetzt und ein blendend aufgelegter Wolfgang Kleiber, der den hoffentlich ausgiebigen Konzertsommerreigen der Kneipenbühne am vergangenen Samstag furios eröffnet hat: was will man mehr nach einer Durststrecke von über acht Monaten?!
 
Viele neue Songs hat der Parsberger im Gepäck und erweist sich wie schon in den vergangenen Jahren als ein wandlungsfähiger Gitarrenvirtuose, der mit einer Menge unterschiedlicher Stilrichtungen souverän umzugehen weiß: vor allem aber besticht er mit seinen spanischen Versatzstücken, die er in seine Coversongs und Originale geschickt zu integrieren weiß.
 
Was Kleiber zudem so besonders macht, ist sein Umgang mit der Sprache und das Aufspüren alltäglichen Schwachsinns, der einen quält, wenn man nur ein wenig Aug‘ und Ohr offenhält: da sind die oft mehr als geschmacklosen Namen von Friseursalons wie „Haar-Akiri“, „Vier Haareszeiten“ „Pony & Clyde“ „Vorhair – Nachhair“ oder gar "Kaiser-Schnitt", das unerträgliche Antimännergedöns von Provinzkabarettistinnen, die es nicht lassen können, mit ihrem Übergewicht zu kokettieren, die erbärmlichen Texte von Schlagersängern und Heimatsoundistinnen oder das unglaubliche Geschwurbel von Biersommeliers wie „Ein Gesamtkunstwerk: kastanienbraun, glanzfein; behaubt durch einen charmant-cremefarbenen und festen Schaum …“
 
Außerdem beherrscht der Wolfi den Sprachduktus berühmter Musikerkollegen: aus Helge Schneiders "Katzenklo" wird ein "Glatzenfloh", aber auch Udo Lindenberg kann er perfekt; er intoniert zum Niederknien komisch mit dessen Dialekt und Stimme die traurige Ballade vom Hund Bello.
 
Die Geschichte vom Mesner, seinen Trinkgewohnheiten und sexuellen Neigungen ist wunderbar ausgedacht. Es würde dem „Mesner“ jedoch guttun, wenn er in mundgerechteren Happen verteilt würde: aus eins mach drei, drei mal drei Minuten „Neues vom Mesner“ wäre nämlich geschickter als ein neun-Minuten-Drama, und könnte das Publikum in große Spannung versetzen, etwa mit dem Hinweis „Fortsetzung folgt“. Das würde zu noch größeren Begeisterungsstürmen führen als sowieso schon.
 
Foto: Golly Hertlein
 
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