Wirtschaft setzt auf Dialog
05.07.2026 Mühlhausen.
Bei der Sommersitzung des IHK-Gremiums Neumarkt standen der Austausch mit Landrat Martin Meier sowie zentrale Standortthemen im Fokus. Positive Impulse liefert ein aktuelles Ranking zur Lebensqualität in der Region.
Wie kann die regionale Wirtschaft gestärkt und zugleich eine hohe Lebensqualität gesichert werden? Darüber diskutierten die Mitglieder des IHK-Gremiums Neumarkt zu Gast bei der Fischer Licht & Metall GmbH & Co. KG in Mühlhausen. Gremiumsvorsitzende Ursula Hammerbacher begrüßte zur Sommersitzung IHK-Präsident Christian Volkmer, Neumarkts Landrat Martin Meier sowie Wolfgang Pröbster, neuer Leiter des Beruflichen Schulzentrums Neumarkt.
Hammerbacher machte zu Beginn die angespannte Situation der Unternehmen deutlich: „Seit 2019 befinden sich die Betriebe im Dauerkrisenmodus. Steigende Kosten und internationale Krisen belasten die regionalen Firmen erheblich.“ Deutschland erlebe derzeit einen beschleunigten Strukturwandel in der Industrie, die Forderungen aus der Wirtschaft seien deutlich und drängend. „Wir brauchen niedrigere Steuern und Abgaben, bezahlbare Energie und vor allem schnellere und schlankere Verfahren in allen Bereichen. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen fehlt den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit“, betonte Hammerbacher.
Attraktivität des Standorts sichern
Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen gebe es jedoch auch positive Entwicklungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) analysiert in regelmäßigen Abständen die regionale Entwicklung in Deutschland, aufgeteilt in die Cluster Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Im IW-Regionalranking 2026 belegt der Landkreis Neumarkt im Bereich Lebensqualität Platz 14 von 400 Regionen. „Das Ergebnis bestätigt die Attraktivität unserer Region und ist ein wichtiger Standortfaktor, vor allem auch mit Blick auf das Thema Fachkräfte“, so Hammerbacher.
Damit die Unternehmen auch künftig erfolgreich wirtschaften können, brauche es in der aktuell schwierigen Gemengelage langfristige Perspektiven, sagte IHK-Präsident Christian Volkmer: „Die Unternehmen benötigen klare politische Leitplanken, um investieren und wachsen zu können.“ Gleichzeitig sei eine ständige Anpassung der Unternehmen notwendig. „Die Betriebe sind innovativ und leistungsfähig. Um dies zu erhalten, müssen Transformationsprozesse aktiv gestaltet und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts konsequent gesichert werden.“
Austausch mit Neumarkts Landrat
Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Austausch mit Landrat Martin Meier, der seit Anfang Mai im Amt ist. Die Mitglieder des Gremiums brachten ihre Erwartungen zu zentralen Themenfeldern ein. Dazu zählen die Digitalisierung der Verwaltung, eine leistungsfähige Infrastruktur sowie eine starke Wirtschaftsförderung. Meier sehe das Landratsamt als Dienstleistungszentrum, das Betriebe bei Transformationsprozessen unterstütze und effektiv nach innen und außen agiere.
Landrat Meier betonte die Bedeutung einer engen, fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit sowie einer offenen Kommunikationskultur und setzte klare inhaltliche Ziele für die nächsten Jahre. Ein Schwerpunkt liege auf effizienteren Verwaltungsprozessen und einer modernen Verwaltung. Grundsätzlich gelte es, die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises weiter zu stärken und gleichzeitig die hohe Lebensqualität zu sichern, so Meier.
Zukunft der beruflichen Bildung
Eine der größten Aufgaben – auch aus finanzieller Sicht – sei dabei die geplante Modernisierung des Beruflichen Schulzentrums Neumarkt mit aktuell rund 2.350 Schülerinnen und Schülern. Der neue Leiter Wolfgang Pröbster skizzierte die Maßnahmen und machte deutlich, dass eine umfassende Weiterentwicklung notwendig sei, um den Anforderungen neuer Berufsbilder gerecht zu werden. Auch hier müsse die Digitalisierung konsequent vorangetrieben werden. Ziel sei es, die berufliche Bildung stärker an technologische Entwicklungen anzupassen und den Fachkräftenachwuchs langfristig zu sichern.
Die Unternehmerinnen und Unternehmer unterstrichen dabei die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen. „Nur im Schulterschluss zwischen allen Akteuren lassen sich die kommenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen“, betonte Gremiumsvorsitzende Hammerbacher. Einigkeit bestand auch darin, dass klare Rahmenbedingungen und entschlossenes Handeln entscheidend seien, um die Zukunft des Standorts zu sichern.

Diskutierten über zentrale Standortthemen für die Region (v.l.): IHK-Präsident Christian Volkmer, Gastgeber Stefan K. Fischer, Neumarkts Landrat Martin Meier, Gremiumsvorsitzende Ursula Hammerbacher, Gremiumsgeschäftsführerin Silke Auer, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes und Wolfgang Pröbster, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Neumarkt. (Foto: Christian Petter)



























