Woche der Umweltstationen in Bayern

30.09.2026 – Neumarkt / Landkreis

Das HAUS AM HABSBERG zeigt auf der Streuobstwiese in Pölling, wie Kinder für Natur, Artenvielfalt und nachhaltiges Handeln begeistert werden können


 
„Wir machen Umweltbildung zum Erlebnis“: Getreu unserem Motto findet Umweltbildung im HAUS AM HABSBERG selten im Seminarraum, sondern in der Regel draußen, direkt in der Kulturlandschaft statt. Auf wertvollen Lebensräumen wie beispielsweise im Obstsortengarten in Pölling erfahren Kinder, welche Bedeutung diese besonderen Landschaftselemente für Artenvielfalt, regionale Vielfalt und eine lebendige Kulturlandschaft haben. Im Rahmen der Woche der Umweltstationen in Bayern lud das HAUS AM HABSBERG am Mittwoch, 30. September, um 11 Uhr zu einem Pressetermin auf die Streuobstwiese in Neumarkt-Pölling ein. Landrat Martin Meier, Günther Stagat (2. Bgm. Neumarkt) und das Team des HAUSES AM HABSBERG zeigten dort, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung direkt vor Ort vermittelt wird. Im Mittelpunkt standen die Streuobsttage für Schulklassen, die das HAUS AM HABSBERG jedes Jahr im Herbst anbietet.
 
Unter dem Motto „Weißt du, woher dein Apfel kommt?“ entdecken und erforschen Schülerinnen und Schüler den Lebensraum Streuobstwiese mit allen Sinnen. „Sie lernen unterschiedliche regionale Apfelsorten kennen, erfahren, warum Streuobstwiesen zu den besonders artenreichen Lebensräumen unserer Kulturlandschaft gehören und entdecken, wie sie sie selbst zum Erhalt unserer natürlichen Ressourcen beitragen können, erläutert Katja Schumann, die stellvertretende Leiterin des HAUSES AM HABSBERG.
 
„Gerade bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung kommt es darauf an, Zusammenhänge nicht nur zu erklären, sondern sie erlebbar zu machen“, sagt Landrat Martin Meier. „Wenn Kinder die Streuobstweise spielerisch erleben, verschiedene Sorten kennenlernen und anschließend Saft pressen, verbinden sie Naturerlebnis, regionale Lebensmittel, Artenvielfalt und nachhaltiges Handeln ganz unmittelbar.“ 
 
Umweltstationen als wichtige außerschulische Bildungspartner
 
Das HAUS AM HABSBERG – Umweltbildungs- und Regionalentwicklungszentrum des Landkreises Neumarkt i.d.OPf. ist eine staatlich anerkannte Umweltstation und wird fachlich vom Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. betreut. Umweltbildung, Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung greifen hier eng ineinander. Neben Angeboten für Schulen und Kindern gehören auch Veranstaltungen für Familien, Erwachsene, Vereine, Firmen und weitere Zielgruppen zum Programm.
 
Die Arbeit der Umweltstationen reicht dabei weit über einzelne Veranstaltungen hinaus. Die 67 staatlich anerkannten Umweltstationen in Bayern vermitteln Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung, darunter Biodiversität, Klimawandel, nachhaltige Lebensstile, Ernährung und Wasser. Als außerschulische Bildungs- und Netzwerkpartner arbeiten sie mit Kommunen, Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und weiteren Bildungsakteuren zusammen. Ihr Ziel ist es, Menschen unterschiedlichen Alters zu befähigen, eine zukunftsfähige Welt aktiv mitzugestalten.
 
Das HAUS AM HABSBERG macht diese Verbindung in der Region unter anderem mit Projekten rund um Streuobstwiesen, Biodiversität und regionale Lebensmittel sowie mit der Naturschutzmarke Juradistl konkret erlebbar. Die Streuobsttage in Pölling sind dafür ein anschauliches Beispiel: Landschaftspflege und Artenvielfalt werden mit regionaler Ernährung und praktischer Umweltbildung verbunden.
 
Grundförderung wird erhöht – wichtige Unterstützung für die Umweltstationen
 
Für diese Arbeit erhalten die staatlich anerkannten Umweltstationen seit 1995 finanzielle Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Richtlinien für die staatliche Anerkennung und Förderung von Umweltstationen (FöR-UmwSt) sowie die Richtlinien zur Förderung von Projekten der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Umweltbildung in Bayern (FöR-PrBNE) wurden 2022 erneuert und 2026 angepasst. In diesem Zuge wurden die Anerkennungskriterien für die Umweltstationen präzisiert, es wurde bürokratischer Aufwand abgebaut und Planungssicherheit gestärkt. Die für 2027 vorgesehene Erhöhung der Grundförderung von bisher 30.000 auf 40.000 Euro pro Umweltstation wird von der ANU Bayern e.V. als Dach- und Fachverband der außerschulischen Umweltbildung in Bayern und von den Umweltstationen ausdrücklich begrüßt. 
 
Gleichzeitig stehen die Umweltstationen vor wachsenden Aufgaben. Steigende Personal- und Sachkosten, die allgemeine Inflation und eine zunehmende Nachfrage nach Angeboten der Bildung für nachhaltige Entwicklung stellen die Einrichtungen vor zusätzliche Herausforderungen. Zudem führt eine Umschichtung bei den Projektmitteln zu einer Reduzierung der Mittel für neue BNE-Projekte.
 
Die ANU begrüßt deshalb die Erhöhung der Grundförderung als wichtigen Schritt. Langfristig fordert sie eine Verdopplung der Förderung pro staatlich anerkannter Umweltstation, damit die Einrichtungen der steigenden Nachfrage gerecht werden und eine flächendeckende, hochwertige Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern auch künftig gewährleistet werden kann. Die Grundförderung ist eine wichtige Grundlage für die tägliche Bildungsarbeit. Gleichzeitig ist die stetig wachsende Nachfrage nach Angeboten zu Biodiversität, Klimaschutz, nachhaltiger Ernährung und dem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen immens spürbar. Investitionen in BNE sind damit Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft.

Foto: Wiebke Weiland, LPV

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