Stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Annalena Dorr erklärt Austritt aus der CSU
10.03.2026 – Neumarkt / Landkreis

Die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Annalena Dorr hat ihren Austritt aus der CSU erklärt. Die Entscheidung habe sie bereits vor zwei Wochen getroffen. Dabei betont Dorr, dass ihr Entschluss unabhängig vom Wahlergebnis gefallen sei. Dorr kandidierte auf der Liste der Jungen Union für den Kreistag, verpasste jedoch den Einzug.
Als Grund nennt Dorr die zunehmend angespannte Situation innerhalb der CSU im Landkreis Neumarkt. Besonders seit der Nominierung der Landratskandidatin im Mai 2025 hätten sich nach ihrer Darstellung unhaltbare Entwicklungen gezeigt. Vereinbarungen über einen fairen Wettbewerb und anschließenden Zusammenhalt seien nicht eingehalten worden. Stattdessen habe es Einflussnahmen auf Delegiertenstimmen und später auch gezielte Stimmungsmache gegen einzelne Personen gegeben.
Dorr hatte sich nach der Nominierung dem Digitalteam der Landratskandidatin angeschlossen, um zum Zusammenhalt beizutragen. Die Zusammenarbeit im Wahlkampfteam sei jedoch aus ihrer Sicht kaum vorhanden gewesen, das Team sei nur unzureichend eingebunden worden. Schließlich beendete sie ihre Mitarbeit.
Zusätzlich habe die Entscheidung der Jungen Union, eine eigene Kreistagsliste aufzustellen, zu weiteren Spannungen geführt. Innerhalb der CSU sei dies kritisch aufgenommen worden. Der JU sei mehrfach mangelnde Unterstützung der Landratskandidatin vorgeworfen worden. Laut Dorr seien sogar Social-Media-Aktivitäten von JU-Kandidierenden überprüft worden, diverse vergebene „Likes“ mussten zurückgenommen werden.
Auch ihr Verhältnis zur CSU-Kreisvorsitzenden sei zuletzt stark belastet gewesen. Ein Vorschlag von Dorr, bestehende Konflikte im Kreisverband offen anzusprechen, sei scharf zurückgewiesen worden. Hierbei fiel die Bezeichnung als „unverschämt“ und „rotzfrech“. Dieser Umgang zeugt in keiner Weise von einem respektvollen Miteinander innerhalb der Partei.
„Es ist absurd, wenn man bei einer Wahl nicht gespannt auf das Ergebnis wartet, sondern darauf hofft, danach endlich austreten zu können“, erklärt Dorr. Den Zeitpunkt ihres Austritts habe sie bewusst nach der Wahl gewählt, um der Kreistagsliste der Jungen Union keinen zusätzlichen Gegenwind im Wahlkampf zu verursachen. Gleichzeitig hebt Dorr das kollegiale Verhältnis innerhalb der Jungen Union hervor und ruft ihre bisherigen Mitstreiter dazu auf, diesen Zusammenhalt zu bewahren.
Ihre Entscheidung zum Parteiaustritt habe sie mehrfach hinterfragt, da ihr politisches Engagement immer wichtig gewesen sei. Sie sehe jedoch derzeit keine Perspektive mehr, dass sich die CSU im Landkreis Neumarkt wieder stärker auf die Gestaltung im Sinne der Wählerinnen und Wähler konzentriert, statt auf innerparteiliche Konflikte.
Auch künftig wolle sie sich gesellschaftlich engagieren – jedoch außerhalb der Partei.
Foto: Christian Dorr