Neuer Leuchtturm für Kinder in Neumarkt: Natureheart Kindertreff in der Hallertorstraße eröffnet
22.09.2026 – Neumarkt
Ein Ort, an dem Kinder einfach Kind sein dürfen: Am Montag wurde der Natureheart Kindertreff in der Hallertorstraße mit einer festlichen Segnung durch die evangelische Dekanin Christine Murner und den katholischen Dekan Stefan Wingen feierlich eröffnet. An einem der Eingänge zur Altstadt ist ein sicherer, heller und einladender Treffpunkt entstanden, der benachteiligten Kindern und Schulklassen kostenfrei offensteht. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn lobte das Projekt: „Zwei ehemals getrennte, lange leerstehende Wohngebäude sind durch Sanierung, energetische Modernisierung und viel Liebe zum Detail zu einem neuen Ganzen geworden.“
„Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, sie zu unterstützen“, betonte Prof. Dr. Michael Popp, CEO der Bionorica SE sowie Gründer der Natureheart Foundation for Kids. Genau dort setzt das Projekt des Kindertreffs an: Er richtet sich an 20 bis 25 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Hier können sie zwischen 14 und 18 Uhr kostenfrei essen, lernen, gefördert werden, kreativ sein, einfach ankommen und auch neue Freunde finden. Herkunft, Sprache oder familiäre Situation sind dabei nebensächlich. Die Betreuung der Kinder übernehmen pädagogische Fachkräfte der Diakonie NAH.
Starke Partnerschaft zwischen Stiftung, Stadt und Betrieben
Die Realisierung des Kindertreffs war die Gemeinschaftsleistung vieler. Die Regierung der Oberpfalz förderte das Vorhaben mit über einer Million Euro, wie Wiebke Fett, die zuständige Städtebaureferentin der Regierung, berichtete: „Das soziale Engagement der Stadt Neumarkt zeigt sich seit über 20 Jahren. Bei diesem Objekt passt alles zusammen: ein toller Innen- und Außenraum für Kinder und eine sinnvolle Nutzung im Herzen der Altstadt.“
Architekt Alexander Baumann und die über 30 beteiligten Firmen meisterten eine komplexe Sanierung, die unter anderem durch den nötigen, passgenauen Einbau einer genormten Fluchttreppe, die Anpassung an die Altstadtrichtlinien und den Schutz des Bodendenkmals Stadtmauer erschwert wurde. „Der Umbau hat viel Umdenken, Umplanen und Absprachen erfordert. Letztlich zählt aber das Ergebnis: Die Kinder können sich hier wohlfühlen“, so Valentin Thiele, der das Projekt auf Seiten der Wohnungsbau- und Servicegesellschaft der Stadt leitete.
Besonderes Augenmerk lag auch auf einer kindgerechten Gestaltung: Das Farbkonzept innen in Grün, Eichenholz für Handläufe und Fensterbretter, weiße Türen – alles wurde bewusst neutral gehalten, damit Kinder den Raum mit Leben füllen können, etwa durch selbst gestaltete Dekoration oder auch Fensterbemalungen.
Ein wichtiger Impuls für die Hallertorgasse
Die Hallertorstraße ist einer der Eingänge zur Stadt und gewinnt durch den Kindertreff deutlich an Qualität. „Die Lage ist ideal: Schulen und potenzielle Nutzerinnen und Nutzer können den Treff fußläufig erreichen“, so Thiele. Stadtbaumeister Matthias Seemann unterstrich das Potenzial der Häuser: „Es ist nicht einfach, die richtige Nutzung für leerstehende Gebäude zu finden. Hier sind wir zur perfekten Lösung für verschiedene Nutzungsarten gekommen.“
Während sich im Erdgeschoss zwei Gruppenräume, ein barrierefreies WC sowie eine Küche befinden, sind im ersten Stock ein Einzelförderraum für die direkte Betreuung, eine Küche, ein Multifunktionsraum sowie Büros für die Stiftung und die Diakonie entstanden. Das Dachgeschoss dient als Lagerraum für Bastel- und Dekomaterial und bietet gleichzeitig einen Schutzraum für eine mögliche Mutter-Kind-Unterbringung oder für junge Erwachsene in schwierigen Situationen.
Der Garten, der in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde terrassiert angelegt worden ist, um den Charakter des Stadtgrabens zu erhalten, kann von Kindergärten und Schulen vormittags als Grünes Klassenzimmer genutzt werden. Hier können die Kinder draußen lernen und die Natur über den Jahresverlauf unmittelbar erleben und auch begreifen.
In naher Zukunft wird ein Sonnensegel montiert, um die Kinder vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, bis die fünf gepflanzten Bäume genug Schatten spenden können. Zudem wird auch noch ein Weidentunnel aufgestellt und eine Werkbank aufgebaut, an der die Kinder etwa gemeinsam Insektenhotels bauen können.
Ab dem heutigen Dienstag sind die ersten Kinder willkommen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Kinder können einfach vorbeikommen. „Es braucht eine erste Anlaufphase, aber wir freuen uns auf jedes Kind“, so T Dr. Elke Kaufmann von der Diakonie NAH.
.webp)
Die Verantwortlichen freuten sich bei der Schlüsselübergabe über die Fertigstellung des Kindertreffs.
Foto: Lisa Niebler/Stadt Neumarkt