Ernährung sichern, Landwirtschaft stärken: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen muss jetzt Priorität setzen
15.09.2026 – München
Rede zur Lage der Union am 16. September: BBV fordert Agenda für Landwirtschaft
Anlässlich der Rede zur Lage der Union von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch in Straßburg fordert der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes Carl von Butler:
"Die Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil unseres europäischen Lebens - und das muss sie auch bleiben. Europa verfügt über die gesündesten und qualitativ hochwertigsten Lebensmittel der Welt. Dies ist auch von strategischer Bedeutung. Das waren die wesentlichen Ausführungen der Kommissionspräsidentin Mitte 2024. Jetzt muss Europa endlich eine Agenda schaffen, die die Position der Kommissionspräsidentin auch umsetzt, anstatt die Betriebe immer mehr zu belasten. Europa muss jetzt endlich eine Agenda für die Landwirtschaft umsetzen, anstatt die Betriebe immer mehr zu belasten. Ernährungssicherung und Versorgungssicherheit müssen für die 450 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der EU langfristig sichergestellt werden, um Stabilität in Europa zu gewährleisten.“
Oberste Priorität muss dabei vor allem die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) haben: „Die Gemeinsame Agrarpolitik ist eine der Säulen der Europäischen Union, doch diese Säule wackelt, wenn man es mit einer starken Finanzierung nicht ernst meint. Unsere Forderung steht: 500 Milliarden Euro für die GAP ab 2028 für die nächsten sieben Jahre“, betont von Butler.
Die Liste an Themen darüber hinaus ist lang: überfällige Korrektur der praxisuntauglichen Naturwiederherstellungs-Verordnung, eine Bioökonomiestrategie mit verbindlicher Einbindung der Land- und Forstwirtschaft und konkrete Maßnahmen für einen echten Bürokratieabbau, der auf den Betrieben ankommt.
„Ursula von der Leyen muss auch im Sinne eines stabilen Europas jetzt die Weichen stellen und den ländlichen Raum mitnehmen, anstatt ihn immer weiter abzuhängen“, sagt von Butler. „Wir Bauern denken europäisch, weil unsere Märkte europäisch sind. Aber Europa muss endlich auch lernen, in den Kategorien der Land- und Forstwirtschaft zu denken. Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif: Wer eine starke, nachhaltige Landwirtschaft will, muss auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür schaffen“, so von Butler.