Deutsche Meisterschaft im Handwerk: Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ehrte ihre Kammersieger und deren Ausbilder
28.09.2026 – Lappersdorf
Mit Vollgas in Richtung Landesentscheid
Sie sind Ostbayerns beste Gesellinnen und Gesellen und haben jetzt die Chance auf den Landessieg bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk: 61 Kammersieger und deren Ausbilder zeichnete die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz am Samstag im Lappersdorfer Aurelium in feierlichem Rahmen mit einer Urkunde und einer Medaille aus. Die jungen Handwerker haben den traditionellen Wettbewerb der Handwerksjugend in ihrem jeweiligen Beruf auf Kammerebene gewonnen. Sie gehören damit zu Ostbayerns besten Nachwuchshandwerkern.
„KI wird Handwerker nicht ersetzen können“
HWK-Präsident und Festredner Dr. Georg Haber sparte nicht mit Lob an die Adresse der Sieger: „Dank Menschen wie Ihnen wird mir um die Zukunft des ostbayerischen Handwerks nicht bange“, sagte Haber, und: „Keine KI dieser Welt wird Sie jemals ersetzen können. Sie wird Ihnen vielleicht einmal Routinearbeiten abnehmen und Sie bei der Planung und Dokumentation unterstützen, aber sie wird niemals das erschaffen und leisten können, was Sie sich in den vergangenen Jahren angeeignet haben.“ Handwerker, so Haber, beherrschten dank ihres profunden Wissens eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden werde. In seinem Plädoyer für das regionale Handwerk stellte der HWK-Präsident wiederholt auf die guten Karrierechancen im Handwerk und auf die Krisenfestigkeit eines Handwerksberufs ab. „Wir arbeiten regional und international. Wir haben KI und Kreativität drauf, wir arbeiten mit Kopf und Hand, wir vereinen Tradition und Moderne, wir können analog und digital. Uns macht kein Berufs-Influencer dieser Welt etwas vor, denn: wir Handwerker sind Macher, wir reden nicht, wir handeln.“
„Handwerk ist bei jungen Leuten wieder angesagt“
Handwerk sei wieder in. Das hätten zuletzt auch die steigenden Zahlen bei den Ausbildungsverträgen bewiesen. Ohne das Handwerk, zeigte sich Haber überzeugt, seien große Zukunftsaufgaben wie zum Beispiel die Klima- und Energiewende nicht zu meistern. Haber wörtlich: „Deshalb sage ich – vor allem an die Adresse der Politik: Unsere Preisträger, unsere Fach- und Führungskräfte von morgen, müssen die besten Rahmenbedingungen erhalten.“ Mit ständiger Schwarzmalerei und Spalterei nehme man jungen Leuten „die Lust und den Mut auf eine ambitionierte berufliche Zukunft, auf Leistungswillen und die Freude am selbstständigen Arbeiten“. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland nannte Haber ein Erfolgsmodell, das weiter gestärkt werden müsse: „Wir haben der jungen Generation gegenüber dahingehend eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen. Generationengerechtigkeit ist keine Einbahnstraße.“
Der HWK-Präsident würdigte in seiner Ansprache neben den Spitzenleistungen der Kammersieger auch das Engagement der jeweiligen Ausbilder – sei es in den Betrieben, bei der Handwerkskammer oder an den Berufsschulen. Sie alle, so Haber, hätten ihre Erfahrung und ihr Wissen „mit viel Engagement und Herzblut“ vermittelt und geteilt: „Unsere Ausbilder haben den jungen Preisträgern das Rüstzeug dafür mitgegeben, dass sie heute in ihren Gewerken glänzen und auf dem Siegertreppchen stehen können.“
„Großartige Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks“
Herzliche Glückwünsche an die 61 Kammersiegerinnen und Kammersieger kamen auch von Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger und Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger.
„Die heute ausgezeichneten jungen Handwerkerinnen und Handwerker zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und zukunftsstark eine Karriere im Handwerk ist. Dazu gratuliere ich ihnen sehr herzlich, sie sind großartige Botschafterinnen und Botschafter eines ebenso vielfältigen wie zukunftssicheren Handwerks“, so die Landrätin in ihrem Grußwort. Regensburgs Oberbürgermeister hob in seiner Ansprache die Wichtigkeit des regionalen Handwerks für die Stadt hervor: „Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk fördert seit 75 Jahren begabte Lehrlinge und sendet das deutliche Signal: Eine Ausbildung im Handwerk lohnt sich! Als Stadt Regensburg sind wir dafür sehr dankbar, denn unser erfolgreicher, dynamischer Wirtschaftsstandort ist dringend auf qualifizierten, engagierten Nachwuchs in den unterschiedlichen Handwerksberufen angewiesen. Der Wettbewerb zeichnet die Besten aus und macht damit die hohe Qualität der dualen Ausbildung sowie das hervorragende Niveau unserer Handwerksbetriebe in Ostbayern sichtbar. Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträgerinnen und Preisträger und weiterhin viel Erfolg und Freude in Ihrem Beruf!“, sagte Burger.
Über die „Deutsche Meisterschaft im Handwerk“
Der seit 1951 durchgeführte Berufswettbewerb zählt zu den größten und traditionsreichsten in Europa. Er dient dazu, die Ausbildungsleistungen in der Öffentlichkeit herauszustellen, die Berufsausbildung des Handwerks zu fördern und die hohe Qualität des dualen Ausbildungssystems in Deutschland zu unterstreichen. Um am Wettbewerb teilnehmen zu dürfen, mussten die Gesellen in der praktischen Prüfung mindestens die Note „gut“ erreichen. Das Ermitteln der Sieger erfolgt in drei Stufen: beginnend auf Kammer-, dann auf Landes- und final auf Bundesebene. Die Landessiegerfeier findet dieses Jahr am 30. Oktober in Nürnberg und die Bundessiegerfeier am 5. Dezember in Berlin statt.

Beglückwünschten Ostbayerns beste Gesellinnen und Gesellen zu ihrem Erfolg bei der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“: HWK-Präsident Dr. Georg Haber (2. Reihe, 1.v.re.), Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger (2. Reihe, 2.v.re.), Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger (2. Reihe, 3.v.re.), HWK-Geschäftsführer Alexander Stahl (2. Reihe, 1.v.li.), der Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol (2. Reihe, 2.v.li.) sowie HWK-Vizepräsident Gerhard Ulm (2. Reihe, 3.v.li.).

Gute Laune bei der Siegerehrung: Ostbayerns Kammersieger feierten ihre Topleistungen im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im Handwerk. Hier auf dem Bild (v.li.): Justus Ulbrich (Kammersieger Zimmerer), Martina Altschäffl (Malerin und Lackiererin; Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung) und Simon Hörndl (Land- und Baumaschinenmechatroniker)

Drücken Schornsteinfeger Jonas Schön (Mitte) und natürlich allen Kammersiegern für den Landes- und Bundesentscheid bei der Deutschen Meisterschaft fest die Daumen (v.li.): HWK-Vizepräsident Gerhard Ulm, Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger, Schöns Ausbilder Hans-Peter Schärl, Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, HWK-Präsident Dr. Georg Haber sowie HWK-Geschäftsführer Alexander Stahl
Fotos: Fotostudio Daniel