Tatort Telefon 2.0: Neuauflage der Präventions-Arztrezepte gegen Callcenter-Betrug

24.08.2026 – Oberpfalz

Der Callcenter-Betrug hat verschiedene Facetten: Schockanruf bzw. Enkeltrick, falsche Polizisten, Arztmasche und seit Kurzem auch „Russische Callcenter“. Die Prävention ist ein wichtiger Baustein, die Bevölkerung vor den Betrügern zu schützen. Das Polizeipräsidium Oberpfalz verteilt in einer Neuauflage die Präventions-Arztrezepte an Hilfsorganisationen und Zahnarztpraxen.
 
Die Maschen der Callcenter-Betrüger werden immer raffinierter und vielfältiger. Obwohl die umfangreiche Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Oberpfalz Wirkung zeigt, gibt es immer noch Personen, die Opfer dieser Betrugsmasche werden. Der finanzielle Schaden ist für die Betroffenen oft enorm. Die konsequente Bekämpfung dieses Phänomens bleibt daher ein zentrales Anliegen der Polizei.

Neuauflage für ambulante Pflegedienste und Zahnarztpraxen

Nach der erfolgreichen ersten Verteilaktion setzt das Polizeipräsidium Oberpfalz die Präventionskampagne fort: Regionale Hilfsorganisationen bekommen die Präventions-Arztrezepte, um diese unter anderem im ambulanten Pflegedienst an die Patienten zu verteilen. Auch der Zahnärztliche Bezirksverband Oberpfalz beteiligt sich an dieser Aktion und wird die Präventionsflyer in teilnehmenden Zahnarztpraxen auslegen.
 
„Unser Ziel ist, dass möglichst viele Menschen die widerwärtigen Maschen der Callcenter-Betrüger erkennen, bevor es zu einer Übergabe von Geld- oder Wertgegenständen kommt.“, so Polizeipräsident Robert Fuchs. „Die persönliche Ansprache ist ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Prävention. Vor allem Pflegekräfte genießen bei vielen Patienten großes Vertrauen und können die Warnhinweise im passenden Moment weitergeben.“
 
Umfassende Präventionsmaßnahmen in Banken, im Taxi und beim Arzt
 
Die Verteilung über Pflegeeinrichtungen und Zahnarztpraxen ergänzt die bisherigen Präventionsmaßnahmen des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Im vergangenen Jahr ist das Polizeipräsidium Oberpfalz mit einer umfassenden Präventionsaktion an die Öffentlichkeit gegangen:
    •    In Banken: Bankmitarbeiter erhalten spezielle Pyramiden-Aufsteller und Geldumschläge mit Warnhinweisen, um verdächtige Situationen frühzeitig zu erkennen und Opfer zu sensibilisieren.
    •    Im Taxi: Taxifahrer werden mit Hinweiskarten und Duftbäumen ausgestattet, um sie für verdächtige Fahrten – etwa zu Banken – zu sensibilisieren. Taxifahrer sind oft „Schlüsselpersonen“, da viele Opfer mit dem Taxi zur Bank fahren, aber auch die Geldabholer nutzen oft das Taxi
    •    Beim Arzt: Ein Informationsflyer im Stil eines Arzt-Rezeptes klärt Patientinnen und Patienten über die Betrugsgefahren auf.
 
Ziel aller Maßnahmen ist es, Warnsignale bekannt zu machen und Vertrauenspersonen im Umfeld potenzieller Opfer einzubinden.
 
Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger:

    •    Legen Sie sofort auf, wählen Sie selbstständig die 110 und fragen Sie bei der Polizei nach, ob die angegebenen Informationen des Telefonats richtig sind.
    •    Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände von Ihnen.
    •    Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde - auch nicht an Personen, die sich als Polizisten ausgeben
    •    Bankmitarbeiter werden nie an der Haustür nach Bankkarten und PINs fragen. Geben Sie Ihre Bankkarte und insbesondere Ihre PIN niemals an unbekannte Personen weiter.
    •    Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch Polizisten oder andere Amtsträger.
    •    Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Die Täter nutzen die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik, um falsche Nummern anzuzeigen. Die 110 erscheint bei echten Polizeianrufen niemals im Display (auch nicht mit Vorwahl).
    •    Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Kontaktpersonen ein persönliches Codewort, das nur Ihnen bekannt ist. So können Sie im Ernstfall echte Notrufe von Betrugsversuchen unterscheiden.
    •    Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest den Vornamen und die Adresse entfernen. Wenden Sie sich dafür an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter:  https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/

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