Schockanruf: 19-Jähriger bei Geldübergabe festgenommen

12.08.2026 – Regensburg

Eine Seniorin wurde am Freitagnachmittag, 7. August, Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Eine unbekannte Frau gab sich als Ärztin aus und täuschte einen schweren Unfall der Tochter vor. Im weiteren Verlauf sollte die Seniorin Bargeld und Schmuck an einen Abholer übergeben. Die Polizei nahm einen 19-jährigen Tatverdächtigen bei der geplanten Übergabe in Regensburg fest.

Am Freitag, 7. August, gegen 14:00 Uhr, erhielt eine Seniorin aus dem Regensburger Ortsteil Schwabelweis einen Anruf einer Frau, die sich als leitende Oberärztin der Universitätsklinik ausgab. Die Anruferin behauptete, die Tochter der Seniorin habe einen schweren Unfall erlitten und müsse aufgrund der Verletzungen vermutlich ein Bein amputiert werden. Als angebliche Alternative wurde eine kostenintensive Behandlung mit einem Medikament aus der Schweiz genannt. Im weiteren Verlauf des Telefonats gelang es der falschen Ärztin offenbar, die Seniorin zur Beschaffung eines hohen Geldbetrags zu bewegen. Die Seniorin packte daraufhin vermeintliches Bargeld und Schmuck in eine Tasche, die einem angekündigten Abholer übergeben werden sollte. Während des laufenden Telefonats wurde die Polizei verständigt. Ein weiterer Beteiligter war bereits anwesend, als das Gespräch zwischen der Seniorin und der unbekannten Anruferin geführt wurde, und setzte die Polizei über den Sachverhalt in Kenntnis. Die Einsatzkräfte warteten anschließend auf das Eintreffen des angekündigten Abholers. Nach längerer Wartezeit erschien schließlich ein 19-jähriger Mann mit montenegrinischer Staatsangehörigkeit an dem vereinbarten Übergabeort. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen dort vorläufig fest und führte diesen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Regensburg vor. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl, sodass der Tatverdächtige anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert werden konnte.

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor sogenannten Schockanrufen.

Tipps gegen die Arzt-Betrugsmasche:

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch vermeintliche Ärzte.
Ein Arzt fordert am Telefon niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um eine Behandlung durchzuführen oder ein Medikament zu besorgen!
Übergeben Sie nie Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte!
Legen Sie auf und rufen Sie die offizielle Nummer der Klinik oder Praxis an
Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Im Zweifel 110 wählen.
Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest Vorname und Adresse herausnehmen. Zum Löschen eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter:  https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/

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